Druckschrift 
Nacht und Nebel : Aufzeichnung aus fünf Jahren Schutzhaft / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
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fähig waren, auch nur einen einzigen halbwegs verständlichen Satz zu formulieren. Ohne die Verlegenheit, in der sie sich befanden, zu verbergen, forderten sie nach einigen hoffnungs­losen Versuchen mich ihr Opfer auf, ihnen doch dabei behilflich zu sein. Ich tat ihnen den Gefallen nicht und machte lediglich dort Einwände geltend, wo man mir der Einfachheit halber Absichten und Handlungen unterstellen wollte, die in Wirklichkeit niemals bestanden hatten. Nachdem auch dieser Akt, nicht ohne Mühen und Zwischenfälle, erledigt war, wurde ich zum Erkennungsdienst geführt und in das Album politischer Verbrecher und Staatsfeinde aufgenommen. Als man mich nach Beendigung dieser Prozedur über den Hof führte, auf dem früher einmal die Karossen eines baye­rischen Königs paradiert hatten, überfiel mich ein Gefühl tief­ster Wehmut. Da fingen die Büsche und Bäume eben an zu grünen, der Frühling kam und die liebe, alte Erde schickte sich wieder einmal an, schön und gastlich zu sein und ich ging in die Gefangenschaft. Irgendwo in der Nähe, jenseits der Mauer auf der Straße, klang lustiges Kinderlachen. In den Häusern gegenüber dem Zellengefängnis standen die Fenster weit offen, weißes und rotes Bettzeug sonnte sich auf den Simsen, ein frischer Duft strömte aus allem, was da im Licht der Sonne sich bewegte oder ruhte; aber das Tor zum Gefäng­nis verschluckte den Streifen Tag, der mich in das Innere des düsteren Bauwerks begleitete.

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