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ICH WERDE VERHAFTET UND VERHÖRT
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Im neuen Verhör beschuldigte man mich nicht, eine antifaschistische Flugschrift verfaßt zu haben. Dafür zeugten meine Tagebücher eindeutig gegen mich. Die Geheime Staatspolizei besaß nun, was sie so lange gesucht hatte, den Beweis für meine dem Nationalsozialismus feindliche Gesinnung. In längeren und kürzeren Aufsätzen mit statistischen Nachweisen und Tabellen, Gegenüberstellung und Abbildungen, Zeitungsausschnitten und Originalbriefen, hatte ich mich hier so gründlich über den Nationalsozialismus geäußert, daß es anderer Motive zur Verhaftung nicht mehr bedurfte. Was ich geschrieben hatte, war der Nachweis der Schuld Hitlers an der planmäßigen Zerstörung und Erniedrigung all dessen, was wir bis dahin in einem reinen und unverdächtigen Sinn als deutsch ansprechen durften. Ich suchte die Beweise für diese Schuld und registrierte sie. Der furchtbare Gedanke, daß es dem Belieben eines Einzelnen anheimgegeben sei, die Völker in ein namenloses Unglück zu stürzen, trieb mich zu immer neuen Auseinandersetzungen mit dem Phänomen Macht, das hier im Zusammenhang mit den ruchlosen Plänen eines Wahnsinnigen seine ganz besondere Wertung erfuhr. Und wenn diese Auseinandersetzungen im Augenblick auch keine nach außen wirkende Bedeutung hatten, so trugen sie doch wesentlich zu meiner eigenen Erkenntnis und Urteilsbildung bei. Ich wollte nicht blind und uninteressiert an der Entwicklung und den Erscheinungen einer Politik vorbeigehen, von der mir die innere Stimme warnend sagte, daß sie uns in eine neue nationale Katastrophe führen würde.
,, Ein glücklicher Fang", sagte Herr Grimm ,,, Sie sind als Staatsfeind entlarvt"; ,, daran können nun alle Erklärungen nichts mehr ändern und Sie müssen die Suppe, die Sie sich da
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