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Stockend und leise bat ich, ob sie mir einmal die Wohnung zeigen wolle, die meine Mutter und ich mit meiner Großmutter vor Jahren verlassen hätten. Die Frau war sofort bereit und öffnete mir die Tür.
Ein Schütteln überlief mich. Aschgrau muf mein Gesicht geworden sein. Mühsam schleppte ich mich an den Wänden entlang in unser früheres Wohnzimmer hinein. Weiter konnte ich nicht. Ich hatte das Gefühl, als zerbreche mein Herz, als hörte ich Scherben klirren, und es war mir, als liefe Blut an meinem Körper entlang. Ich brach in Tränen aus. Die Frau ließ mich allein. Sie war überrascht, vielleicht aber auch verängstigt. Nun war sie schnell fortgelaufen, um Nachbaren heranzuholen.
Nach wenigen Minuten umringten mich mehrere Bekannte aus der Nachbarschaft. Alle freuten sich und fragten, drückten mir die Hände, streichelten mir das Gesicht, drückten mich immer wieder auf den Stuhl zurück und gaben immer und immer wieder ihrer Freude, mich wieder zu sehen, Ausdruck. Dann aber trat ein Schweigen ein. Alle schauten mich an, groß und starr. Dann schauten sie wieder fort.--- Aber schließlich fakte doch eine der Bekannten Mut. Ich hatte es bereits erwartet. Und jetzt erklang die Frage durch das Zimmer:" Wo ist die Mutter?" Ich blickte zu Boden. Und wie ein leises Wispern drang es dann an meine Ohren:" Und die alte Großmutter?"-- Ich vermochte nicht zu antworten. Wie ein gebrochener alter Mann stand ich, der ich doch noch jung war, vor diesen guten alten Bekannten. Als wenn ich sprechen lernen müßte, ballte sich in mir die Kraft zum Sprechen zusammen, und doch brachte ich keine Worte hervor. Erst nach Minuten konnte ich schluchzend und zitternd erzählen, daß meine liebe alte Großmutter gestorben sei, meine herzensgute Mutter vergast wäre und wohl auch alle anderen, die den Weg des Schicksals mit uns gegangen seien, zu 95 Prozent den Tod gefunden hätten.
Niemand vermochte mehr zu fragen. Alle waren zu ergriffen. Sie hatten meine Hand gefaßt. Und so standen wir in einem Kreis zusammen in unserem früheren Wohnzimmer. Stille ringsum. Ich weiß, daß in dieser Stunde die Bekannten sich selbst viele Vorwürfe gemacht haben. Und daß auch in ihnen immer wieder die Fragen erklangen:„ Ist das möglich?--- Sollten wir so belogen und betrogen worden sein?"
Von ca. 10 000 Juden waren bis zu dem Tage meiner Rückkehr nur zwei wieder in der Heimat angelangt. So war es mir in diesem Augenblick, als sei ich von der Vorsehung dazu bestimmt, über die Schandtaten der Nazibestien, die in den Konzentrationslagern an guten deutschen Männern und Frauen verübt worden waren, zu berichten. Nur bei dem Wort Vorsehung" faßte mich ein erneutes gewaltiges Schütteln, als mich der Gedanke erfaßte, auch der große Führer" Hitler hatte sich stets auf die Vorsehung berufen.
Von 150 Grubenarbeitern waren noch 9 am Leben geblieben, davon war ich der einzige aus Baden, die übrigen 8 waren aus Oesterreich . 9 Häftlinge, 9 Schicksale, 9 verschiedenartige Leben, aber alle mußten einen Gang gehen. Mit tränenumflorten Augen standen die in unserem ehemaligen Wohnzimmer versammelten Menschen um mich herum. Ich sollte erzählen und erzählen. Aber ich konnte nicht. Von neuem rannen mir die Tränen über die Wangen. Ich glaubte, daß ich jeden Augenblick zusammenbrechen würde. ,, Ich kann nicht mehr,--- ich kann nicht mehr", so sagte ich zu mir selbst und prefte die Lippen zusammen: Ich hatte ein Gefühl, als wenn man mein Herz mit Messern zerschneide, als wenn mich Ameisen überfallen hätten, um den Rest meines Blutes auszusaugen. Die Leute merkten es mir an, daß ich unfähig war, weiter zu erzählen. Und so ließen sie mich dann in Ruhe. Man setzte mich in die Ecke eines Sofas und ließ mich dort zur Ruhe kommen. Als
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