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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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heimliche Geheule. Schnell bezogen die SS.- Außenposten ihre Stellungen, wie sie bei Fliegeralarm immer bezogen wurden. Die Tore schlossen sich wieder. Und wie immer mußten die Häftlinge auf dem Appellplatz bleiben. Wir aber, die wir nicht zum ersten Transport gehörten, verschwanden eiligst in den Blocks.

Von weitem hörten wir das Gebrumme der schweren Bomber. Näher kam das Geheul der Motoren.--- Dann konnten wir sie sehen, die sil­bernen Vögel der alliierten Armee. Ruhig und sicher überflogen sie unser Lager. Geschwader folgte auf Geschwader. Sie flogen über uns dahin wie zu einer Parade.

1 Uhr.-. Eine ganze Stunde schon dauerte der Alarm. Der Abmarsch hatte sich verzögert. Es war wiederum etwas zu unseren Gunsten einge­treten. Die Fluggeschwader waren vorüber. In der nächsten halben Stunde war nichts zu hören. Alles blieb ruhig und still. Der Himmel war frei. Zu anderen Zeiten war gewöhnlich ein deutsches Flugzeug aufgestiegen und den Fluggeschwadern nachgeeilt. Heute war auch dieses nicht zu sehen. Plötzlich hörten wir wieder näher und näher kommendes Gebrumme. Zu­erst glaubten wir, das deutsche Flugzeug sei dennoch verspätet aufgestie­gen. Aber nein, die Sterne der amerikanischen Flaggen waren von uns zu erkennen. Tief kreuzte das Flugzeug über dem Lager. Der Pilot schaute herab, als wollte er uns etwas zurufen. Dann ließ der Flieger eine Sirene ertönen. Wir verstanden nicht, was dieses bedeuten solle, dachten uns aber, daß uns der Flieger ein Zeichen geben wolle. Wieder tauchten aller­hand Vermutungen auf. Einige Häftlinge sagten, der Flieger habe uns sagen wollen, daß die Panzerspitzen bereits dicht vor unserem Lager stän­den, und noch allerhand andere Gerüchte schwirrten umher. Wir rieten und rieten.

1 Uhr und 30 Minuten. -- Nervös lief der Lagerführer am Lagertor hin und her. Er, der Zehntausende von Häftlingen gegen sein Versprechen auf die Straße des Todes jagte, war nervös geworden. Er stierte mit seinen Augen auf den Platz, als wollte er uns mit seinen Blicken vernichten. Nach einigen Minuten verschwand er in das Kommandanturgebäude. Ihm nach eilten die hohen SS.- Offiziere der Verbrecherclique. Wollten sie neue Be­sprechungen führen, wie man uns anderweit beseitigen konnte?-. War es tatsächlich die letze Minute?

Die letzte Schlacht

In hellem Sonnenglanze lag das Lager. Es war 2 Uhr geworden. Die Häftlinge warteten, wie schon so off, besonders in den letzten Tagen, auf die Entscheidung. Am Lautsprecher knarrte es, die Stimme des Rapport­führers ließ sich, dieses Mal aber in sehr gedämpftem Tone, vernehmen: " Achtung, Achtung! Sämtliche Häftlinge vom Appellplatz sofort in die Blocks zurück!" Wie von einer Fessel losgelassen, sprangen Tausende von Häff­lingen zurück. Ernst und verbissen waren ihre Gesichter. Sie befanden sich ja immer noch in den Händen der Bestien, und immer noch hatten diese nicht zum letzten Schlage ausgeholt.

Es war 2 Uhr und 30 Minuten. Abermals ertönte der Lautsprecher. Ge­spannt horchten wir auf. Mit jeder Minute warteten wir ja auf die Ent­scheidung, warteten wir auf unsere Befreier." Achtung, Achtung! Sofort sämtliche SS.- Angehörige aus dem Lager!"

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