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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Außer den Angehörigen des Lagerschutzes und der Bergungstrupps, die nach Beendigung des Alarms ihren Dienst sofort wieder aufgenommen hat­ten und durch die Straßen schlenderten, sah man einzelne Häftlinge vor den Blocks in der Sonne sitzen.

Hatten sie keine Sorgen? keine Nerven?

War es erzwungene Ruhe?-- Hatten sie

Nach und nach wurden die Straßen und Plätze wieder belebt. Alles lief in alter Weise. Ich hörte, die in den DAW.- Hallen zusammengetriebenen Juden sollten in einigen Stunden abtransportiert werden. Ich erfuhr auch, daß man im Kleinen Lager" noch Unterschlupf finden konnte. Wenngleich ich nicht sonderlich interessiert war, in das Kleine Lager", das ich noch so trieb es mich doch dort­vom Winter her kannte, zurückzukommen. hin. Ich wollte dem alten Häftling nicht zur Last fallen und ihm den letzten Bissen wegnehmen. Der Alte warnte mich, er sah in meinem Vorhaben nichts Gutes. Er kannte das Lager, hauste er doch schon 7 Jahre auf dem Ettersberg.- Aber dennoch ging ich,- ich wollte wissen, was eigent­lich los war.

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Tage und Nächte des Schreckens

Ungefähr fünf Stunden nach dem ersten Transport der noch in letzter Minute zur Verschleppung vorgesehenen 5 000 Juden, betraf ich zum zwei­ten Male seit meiner Anwesenheit in Buchenwald das Kleine Lager". Wel­ches Bild bot sich mir da?

Vor jedem Block, kreuz und quer auf einem Haufen zusammengeworfen, lagen Tote. Abgemagerte, entkleidete, erwürgte, erschossene und zu Tode geprügelte Häftlinge. Grauenhaff war der Anblick. Ueberall Blut und noch­mals Blut. Unmenschlich hatte man hier gehaust. In der Zwischenzeit waren auch die Kranken, die man zum Tor geschleppt hatte, wieder zurückgekom­men. Dadurch hatte sich das grauenhafte Bild noch verschlimmert. Entkräftet fielen viele Häftlinge zur Erde und schon nach wenigen Minuten verhauchten sie ihr Leben. Andere kranke Häftlinge suchten in den Taschen der Toten, ob sie vielleicht noch etwas zu essen darin finden würden.

Auch mich quälte der Hunger. Damit ich doch wenigstens etwas Suppe bekam, meldete ich mich in dem sogenannten Krankenblock" an, wo ge­rade alle Häftlinge wieder neu verzeichnet wurden.

Viele Jahre der Tyrannei lagen hinter uns. Viel hatte ich in diesen Jahren gesehen und erlebt. Aber, was sich hier vor meinen Augen abspielte, etwas Grauenhafteres und Unmenschlicheres hatte ich noch nicht erblickt. Im Kran­kenblock Kranke und Tote, alles nebeneinander. In allen Ecken lagen Hau­fen von Leichen. Der Gestank von den schon in Verwesung übergegangenen Häftlingen ließ mich übel werden. Die Baracke war dunkel. Kohlen waren nicht mehr da. Das Krematorium hatte seine Tätigkeit seit Tagen eingestellt. Die Leichen konnten also nicht mehr verbrannt werden. Aber auch die Häft­linge weigerten sich, die Leichen wegzutragen, obwohl die Leichen nur unnötig Platz wegnahmen.

Zu all diesem furchtbaren Elend kam hinzu, daß die an Durchfall er­krankten Häftlinge auf Befehl der SS. - Banditen in den obersten der fünf aufeinander liegenden Boxen schlafen mußten. Der Kot von diesen Erkrank­ten sickerte durch die Bretter von einer Boxe in die andere. Schwache, Tuberkulöse, Herz- und Nierenkranke, alle lagen neben- und übereinander.

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