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Jetzt?-- Nein, noch nicht.--- Jetzt?- Immer wieder glaubte ich, den richtigen Augenblick verpakt zu haben. Wertvolle Sekunden waren vergangen. Zwei Meter trennten uns noch von dem letzten Block, bevor wir den freien Platz erreichten, von dem alsdann ein Entspringen unmöglich war. Jetzt oder nie, dachte ich. Leben oder Tod! Die Sekunde meines Entschlusses war da. Gerade lief ein Blockführer vor mir her. Ich mußte mich entschließen. Ich faßte Mut, biß die Zähne zusammen und in einem gewaltigen Satz sprang ich in den letzten angetretenen Block. An den Flügel, wo statt zehn Häftlingen nur sechs standen. Einige Kameraden, die sich ebenso wie ich in Sicherheit bringen wollten, sprangen mir nach. Doch schon setzte das Feuer der Massenmörder ein. Der Angriff begann. Wie wild schlug man auf die geflüchteten Häftlinge ein. Ein wahres Blutbad begann. Wahllos schoß man in die Menge der Juden hinein.
Unter den Schlägen der sich wie wahnsinnig gebärdenden SS.- Bestien sprang alles auseinander. Die Kugeln pfiffen über den freien Platz hinweg. Entsetzlich war das Bild. Meine Beine zitterten. Weiß wie der Tod stand ich in einem fremden Block. Die Sekunden vergingen wie Stunden. Ich wußte, wenn jetzt erneut gezählt würde, dann war ich zuviel da. Jetzt kamen zwei Blockführer, sie gingen die Reihen des Blocks auf und ab. In diesem Augenblick der größten Gefahr für mich sprang der Blockälteste zum Blockführer und meldete:„ Block 40 mit 287 Häftlingen angetreten! Keine Juden versteckt", sagte er noch dazu. Dann lief der Blockälteste den Block ab. Aber es wirke erlösend auf mich, er rannte nur flüchtig an uns vorüber, er zählte nicht.
Am liebsten wäre ich dem Blockältesten vor Freude um den Hals gefallen. Aber ich mußte ja stillstehen. Noch war die Gefahr nicht vorbei. Immer noch weiter schwebte ich zwischen Tod und Leben. Inzwischen waren die Judenblocks vom Appellplatz verschwunden. Man hatte sie in die DAW.- Hallen getrieben. In der Ferne erklangen Schüsse. Anscheinend hatte man noch einige Juden in den durchsuchten Blocks aufgefunden. Auf dem Appellplatz blieb alles ruhig. Nur das Brüllen der SS. - Bestien war zu hören. Wieder ertönte der Lautsprecher: Achtung, Achtung! Sämtliche Blockältesten die Stärke der Blocks feststellen und darauf achten, daß keine Juden versteckt sind!"
Von neuem begann die Jagd. Ich sah auf die Uhr. Abermals wurden Sekunden zu Stunden, ja, schienen sie mir wie Tage lang zu werden. Wieder hieß es, die Nerven zusammenreißen, denn wieder stand ich zwischen Sein und Nichtsein.
Der Blockälteste kam zu mir, stieß mich unbemerkt an und deutete mit dem Finger auf einen zwei Reihen hinter mir stehenden Häftling, der einen großen Mantel trug. Schnell und unbemerkt entfernte ich mich. Ich verbarg mich unter dem großen Mantel. Das war Kameradschaft. Ich war freudig und doch schmerzlich bewegt. Ich hätte danken mögen und konnte es nicht. Einig standen die Häftlinge zusammen. Hier war der Beweis erbracht, daß jeder Häftling dem andern helfen wollte, ja sein Leben für andere zu opfern bereit war. Auch der Häftling mit dem großen Mantel wäre seines Lebens ledig gewesen, wenn man mich erwischt hätte.
Minuten vergingen. Dann kam der Blockführer. Er zählte die Blocks ab. Wehe, wenn er die Reihen durchlaufen würde, dann wäre alles aus gewesen. Einzeln prüfte er die Reihen, immer näher kam er, immer näher sahen wir beiden Häftlinge, die unter einem Mantel waren, dem Tod ins Auge. Meine Kniee schmerzten, kaum konnte ich mich noch halten. Aber
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