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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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ierten Truppen.

Ueberall strahlende Augen in abgezehrten Gesichtern und tiefliegenden Augenhöhlen.

Das Lager war bald überfüllt. 60 000 Häftlinge waren nach kurzer Zeit in unserem Lager versammelt. Aber dennoch trafen immer weitere Trans­porte ein. Die Lagerältesten beschlossen, die Ankömmlinge in Juden und Arier zu trennen. So wurden die ankommenden jüdischen Häftlinge in den großen und leeren Hallen der DAW.( Deutsche Ausrüstungs- Werke) unter­gebracht. Die Arier kamen ins Lager.

Diese Maßnahme rief eine neue Unruhewelle hervor. Man ließ Zweifel Die Entrüstung auftauchen.--- Warum diese Trennung?--- Warum? wuchs. Und sie drang bis zu den Ohren des Lagerführers. Dieser entschlof sich zu einer erneuten Rede.--- Im allerdings kleinen Kreise. Während dieser Rede wiederholte er sein Versprechen.

,, Ich versichere nochmals, daß das Lager nicht evakuiert wird. Von heute an handle ich in eigener Verantwortung. Sollten Sie sich durch das immer weitere Heranrücken des Feindes bedroht fühlen, so bin ich bereit, Ihnen zu Ihrem Schutze Waffen und Munition zur Verfügung zu stellen. Und immer weitere Transporte rollten heran.

Die Lagerältesten hatten eine riesige Arbeitslast zu tragen. Es war nicht leicht, in diesem Wirrwarr von Menschen Ordnung und Ruhe aufrecht zu erhalten.

Alle Arbeiten waren eingestellt. Nur die lebensnotwendigen" Komman­dos setzten ihre Arbeit fort. Auf den Straßen und Plätzen des Lagers rotte­ten sich große Häftlingsmassen zusammen. Ueberall waren heftige Debatten im Gange. Was wird?-

Der Ettersberg in Aufruhr

Die Einwohner von Weimar wußten nicht, welch schicksalsschwere Stun­den wir Häftlinge auf dem Ettersberg verlebten. Sie kannten unser Lager nicht, sie wußten nichts von den Methoden, die hier regierten" oder regiert hatten".

Tage, Stunden, Minuten vergingen.--

Langsam, viel zu langsam.--­Es war nicht wie in Jawischowitz, wo wir den Kanonendonner immer deut­licher vernahmen, wo wir den heranrückenden Feind verspürten.

Hier tagte eine Völkerkundgebung. Hier waren jetzt Häftlinge aller Na­tionen vertreten. Ein Durcheinander von Sprachen lief durch die Straßen des Lagers.

Während Zehntausende von Häftlingen auf den Straßen herumstanden, lagen weitere Tausende krank und sterbend in den Blocks.

Ganz plötzlich ertönte der Lautsprecher. Eine Stimme rief 46 politische Häftlinge auf, ehemalige nazigegnerische Parteifunktionäre, die sich schon 10 bis 12 Jahre im Lager befanden. Diese aufgerufenen Häftlinge sollten Was war los?--- sich sofort" am Lagertor einfinden. Alle horchten auf.- Während wir noch rieten, was diese Forderung bedeuten sollte, hatte der Lagerälteste befohlen, die aufgerufenen Häftlinge zu verstecken. Dieser Befehl wurde mit größter Freude erfüllt. In Abortkübeln, auf Dachböden,--­ja sogar eingegraben in der Erde, waren die Häftlinge versteckt.--- Was wird werden?

Spannung lag über dem Lager.

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