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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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den Häftlinge während der Arbeitszeit dabei ertappt, so wurden auch sie aufgeschrieben. Ging nun der Tag seinem Ende zu und hatte der Schar­führer seine Zahl noch nicht ganz erreicht, so befahl er, dal bis 6 Uhr sämt­liche Werkzeuge abgeliefert sein müßten. Dafür gab er zehn Minuten Zeit. In dieser kurzen Zeit sollten alsdann 200 Häftlinge ihre Werkzeuge am Schalter abgegeben haben. Es ist selbstverständlich, daß durch diese An­ordnung ein ungeheures Gedränge und ständige Schlägereien entstanden. Wenigstens zehn Häftlinge waren es immer, die nicht pünktlich um sechs Uhr zum Appell angetreten waren. Also wurden diese zehn Häftlinge zur Erreichung der Arbeitsquote aufgeschrieben. Am darauffolgenden Morgen erhielten die meisten Häftlinge einen Zettel mit folgendem Vermerk: Der Häftling Nr.... hat sich sofort nach dem Frühappell, frisch rasiert und sau­ber angezogen, zwecks ärztlicher Untersuchung im Häftlingskrankenbau zu melden". Der Häftling wurde dann dem SS. - Chefarzt Dr. Hofen vorgeführt. Dieser gab dem Häftling eine Spritze und nach einer halben Stunde war das Leben des Häftlings entflohen.

Wie in Auschwitz, so bestand auch in Buchenwald für SS. - Angehörige die Sonderurlaubszulage. Für je fünf Tote, die die SS. - Angehörigen täglich über ihr Arbeitspensum ablieferten, erhielten sie zwei Tage Sonderurlaub. Unweit des Krankenbaues ragte zwischen den kleinen Holzbaracken ein mächtiger Steinblock hervor. Es war der Block Nr. 46, der Block des Todes. Von jenem Block ist ein besonderes Lied zu singen, denn hierin waren die verbrecherischsten Nazieinrichtungen vorhanden. Es war der sogenannte " Versuchsblock". Dort wurden gesunde Menschen eingeliefert, die als Ver­suchstiere verwendet wurden. Man infizierte sie mit Fleckfieberbazillen und unternahm Versuche an ihnen, die bisher nur mit Kaninchen vorgenommen worden waren. Der Chefarzt, ein intelligenter" SS.- Bandit, hielt die Ka­ninchen für solche Zwecke für zu schade. Er zog die Versuche an Menschen, an Häftlingen vor. Zahllose Menschen fielen in diesem Block den Wahn­sinnsmethoden der Nazis zum Opfer.

Immer wieder wandern meine Gedanken nach hier zurück. Und immer wieder gedenke ich auch der rothaarigen Frau des Lagerkommandanten Koch, die unzählige Menschenopfer auf ihrem Gewissen trägt. Warum aber gerade die Frau des Lagerkommandanten?--- Zählte sie zu den Ver­brechern?

Diese rothaarige 23 jährige Dirne, die sich Frau Kommandant Koch nannte, mit weitem Blusenausschnitt und ohne Schlüpfer auf dem Pferd die Kom­mandos besuchte, oder auf dem Turm der Lagerleitung die Häftlinge durch ein Fernglas beaufsichtigte, hatte ein besonderes Steckenpferd. Sie liebte die Tätowierungen, die viele Häftlinge auf der Brust oder auf den Armen hatten, besonders hatte sie starkes Interesse an solchen Tätowierungen, die Männer- und Frauenköpfe, fliegende Adler und Landschaften darstellten. Sie wollte diese Tätowierungen bei sich haben und sammeln. Da sie aber die Häftlinge nicht immer vor sich haben konnte, verfiel sie auf eine ge­radezu grausame Idee. Häftlinge, die Tätowierungen aufwiesen, die der Frau des Kommandanten gefielen, mußten ihre Nummern angeben und wurden notiert. Der Herr Kommandant erfüllte natürlich mit großer Freude die Wünsche seiner lieben" Frau, damit diese ihre Andenken sammeln konnte. Also bekam der aufgeschriebene Häftling am andern Morgen einen Zettel, der lautete: Sie haben sich sofort nach dem Frühappell auf dem Häftlingskrankenbau einzufinden". Jeder Häftling wußte nun, was ihm be­vorstand.- Der Tod. Im Auftrage der Frau des Kommandanten gab die SS. - Bestie Dr. Hofen dem Häftling alsdann die tödliche Spritze. War der

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