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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Verschwand der Capo nur mal einen Augenblick auf den Abort, so zogen wir uns schnell zwei bis drei Paar Strümpfe an. Off auch kamen wir ohne Hemden und nahmen uns in diesem Augenblick schnell ein neues. Diese Hemden waren allerdings blau- weiß gestreift, aber dennoch fanden wir hierfür bei den Zivilisten in der Grube ständig reißenden Absatz. Die pol­nischen Zivilarbeiter waren uns sogar dankbar dafür, denn sie bekamen keine Kleiderkarten. Auch Seife hatten wir in der Kammer. Diese wurde in der Hose versteckt, die, weil ja alle Hosen zu lang waren, einfach unten zugebunden waren.

Gefährlich war diese Sache immer, und ich weiß, daß ich unrecht gehan­delt habe. Aber was ich tat, tat ich doch den Nazis, die uns armen Men­schen viel mehr Böses zufügten.

Wir standen immer riesige Angst aus, ertappt zu werden. Was uns als­dann blühte, war uns klar. Am meisten aber schwitzten wir vor Angst, wenn ganz plötzlich zwischen unserem Organisieren" das Kleiderauto von Ausch­witz kam. Dieses mußte auf Kommando ausgeladen werden.

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Auf den Aborts wurden diese Sachen an polnisch sprechende Häftlinge abgegeben, die dann den Tausch mit den polnischen Zivilisten durch­führten und die größte Gefahr liefen.

Aber, wenn wir leben wollten, dann mußten wir etwas tun. Man zwang uns ja zu solchen verbotenen Maßnahmen. Meine Leidensgenossen hatten ja keinen Schaden dadurch. Wir schädigten nur die SS. - Banditen, die selbst alles verschoben, was nur verschoben werden konnte.

So verliefen unsere Freizeiten".

Drei bis fünf Stunden Schlaf. Und sonst arbeiten,-- arbeiten,-- arbeiten. Ohne Unterbrechung!-- Und dazu Schläge, Tritte und sonstige Quälereien am laufenden Band.

Kohlenvernichtungsrevier No. 2

Sohle: 230 Meter

Immer müde, hungrig und matt, hatten wir täglich bis zu 16 Stunden furchtbarste Sklavenarbeit zu erledigen. Wir wußten niemals, wenn wir in die Grube einfuhren, ob wir das Tageslicht noch einmal erblicken würden. So ging es den Zivilarbeitern auch.-- Gewiß.-- Auch sie lebten in dieser ständigen Unsicherheit.

Während diese aber nur dem Kampf der Naturkräfte ausgesetzt waren,- Explosionen, schlagenden Wettern,-- Gasvergiftungen-- und den täg­lich eintretenden Unglücksfällen,-- waren wir Häftlings- Zivilarbeiter" noch den Schlägen und Tritten der uns bewachenden Bestien überlassen. Und diese Mißhandlungen für erdichtete Sabotagen" führten off genug zum Tode.

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Die Häftlingszahl war weiter gestiegen. Die Verpflegung gesunken. Mit Hochdruck und jedem verfügbaren Antrieb wurde gearbeitet. Mit jedem An­trieb, mit Knüppeln, mit Gummiringen und mit Gewehrkolben. Die Parole hieß Kohle".

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Alle verfügbaren Kräfte wurden in die großen Reviere geworfen. Zuerst mußten die älteren" Grubenarbeiter daran glauben. Der ehemalige Schul­lehrer,-- der Jugendbildner",-- der gebildete Herr" trieb uns mit Schlä­

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