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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Ich habe die Gefangeneneigentumsverwaltung meines Lagers ange­wiesen, den Nachlaß an Ihre Anschrift zu senden.

Waffen- SS.

Konzentrationslager Lublin Kommandantur

( Unterschrift) SS.- Obersturmbannführer und Lagerkommandant

Ihr Bruder... geb.... ist am 31. 1. 44 an den Folgen von Gefäß­verkalkung im hiesigen Krankenhaus verstorben.

Die Leiche wurde am 3. 2. 44 im staatlichen Krematorium eingeäschert. Gegen die Ausfolgung der Urne bestehen, wenn eine Bescheinigung der örtlichen Friedhofsverwaltung beigebracht wird, daß für die ord­nungsmäßige Beisetzung Sorge getragen ist, keine Bedenken.

( Unterschrift) SS.- Obersturmführer und Lagerkommandant

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Vitaminmangel und seine Folgen

Auch in unserem Arbeitslager" stieg die Häftlingszahl von Tag zu Tag. Schon waren es 1500 geworden. Davon waren 1000 für die Gruben­arbeit eingeteilt. Die zugeteilten Lebensmittel waren auf die Hälfte redu­ziert. Es hatten also nur die Häftlinge die Möglichkeit einigermaßen zu leben, die während ihrer Grubenarbeit zuzüglich etwas organisieren konn­ten. Das aber waren nur wenige.

Der Vitaminmangel zeigte sich auf verschiedene Weisen. Viele Häftlinge mußten operiert werden, weil sich Geschwulste an ihrem Körper gebildet hatten. Wir nannten diese Erkrankungen Phlegmona! " Die davon über­fallenen Häftlinge liften arge Schmerzen. Aber auch sie mußten" binnen acht Tagen wieder gesund sein, anderenfalls drohte die Erklärung arbeits­unfähig". Also gings mit einem Papierverband erneut in die Grube oder zu dem sonstigen früheren Arbeitsplatz. Eine derartige Krankheitsunter­brechung führte zu ständigen Neuerkrankungen.

Obwohl ich mich bemühte, nicht krank" zu werden und jeden Schmerz mit Energie" überwand, hatte auch ich einmal Pech, ohne mein Verschul­den krank zu werden, einen Unfall zu erleiden.

In der Grube war ein ca. zwei Zentner schwerer Stein auf das Gummi­transportband gefallen. Zuerst hatte mich der stille Wunsch erfaßt, die Bän­der würden von dem großen Gewicht zerreißen. So stand ich einen Augen­blick still daneben.-- Ich konnte aber auch den Stein allein garnicht ent­fernen. Da kam der Reviersteiger heran und beschuldigte mich der Sabo­tage. Was dieser Vorwurf zur Folge hatte, wußte ich. Also bemühte ich mich unter den Fuftritten des Steigers den Stein zu entfernen. Unter größter Mühe gelang es mir, den schweren Stein herumzureißen. In demselben Augen­blick aber kam auf dem Band ein anderer Stein herangerutscht, der mir den kleinen Finger abquetschte.

Voller Freude sah der Steiger das Blut rinnen. Dann gab er mir einen Tritt und sagte: Geh weg, du Saboteur!"

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