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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Mit Zeitungspapier verband ich meinen Finger. Ein kleines Stück Holz hielt den Verband zusammen. Das Blut rann weiter. Fünf Stunden mußte ich in der Grube warten. Erst nach Beendigung der Schicht konnte ich mich in Behandlung begeben. Acht Tage war ich im Revier. Die Wunde war noch offen, als ich wieder in die Grube mußte.

Da ich aber bereits ein alter" Grubenarbeiter war, so gelang es mir, bis zur Wiederherstellung meines Fingers eine etwas leichtere Arbeit zu erhalten. Somit entging ich dieses Mal dem Transport mit dem Viehwagen". Auch verschiedene Zahnkrankheiten traten durch den Vitaminmangel ein. Um hierauf behandelt zu werden, mußten die Häftlinge acht Tage vorher angemeldet sein. Und, um in den Krankenbau hineinzukommen, mußte man stundenlang, ohne Schuhe und Strümpfe, auch im Winter, im Freien warten, bis man an die Reihe kam. Zwei Aerzte waren vorhanden. Ein SS.- Arzt,- eine Bestie,- und ein Häftlingsarzt. Hatte der Häftling das Pech, in die Behandlung des SS. - Arztes zu kommen, so ging es ihm schlecht. Es war ein Launenarzt". Hielt diese Bestie den Zahn für gesund, und die ange­gebenen Schmerzen für erfunden, dann ballte dieser Arzt seine Hand zur Faust zusammen und schlug dem Häftling mit voller Wucht in die Zähne. Dabei flog häufig nicht nur der schwere Behandlungsstuhl um, sondern es flogen auch noch gesunde Zähne aus dem Munde heraus. Der Häftling aber wurde wegen Abgabe falscher Krankheitsmerkmale" und wegen Be­schädigung des Krankenstuhles, mit Schlägen und Tritten bestraft.

Man mußte schon mit der Behandlungszeit genau bekannt sein, um nicht in die Hände des SS. - Zahnarztes zu fallen.

Freizeit im Kohlengrubenlager

Mittagsschicht

Freizeit".-- Wie schön klingt das Wort!-- Ach, jedes Wort klingt schön, in dem die Silbe ,, frei" vorkommt. Wir hatten nicht vergessen, daß wir uns in einem Konzentrationslager befanden und nicht in einem Sana­torium. Aber wir waren doch Zivilarbeiter. Da hätte doch der 5000 Volt­Starkstromdraht entfernt werden können.

" Nein", sagte man zu uns, das geht nicht, der Starkstromdraht muß sein. Der gehört zu jedem Lager. Aber, der ist doch garnicht gegen Euch ge­richtet."

Zu unserem Schutz war veranlagt worden, daß noch ein zweifer, unge­ladener" Draht gezogen wurde, damit wir nicht in die Starkstromleitung rannten und uns etwa gar verletzten oder dabei sogar zu Grunde gingen. Ferner hatte man Außenposten, und zwar Doppel"-Posten aufgestellt, die sollten den Feind oder böse Menschen abwehren, die uns etwas tun wollten".

Die Lagerleitung war in dieser Beziehung sehr um uns bemüht.

Es ist nicht nur Ironie, wenn ich solche Sätze schreibe. Nein,-- Worte solchen Inhalts wurden uns tatsächlich gesagt. Und oft mit ernstem Gesicht. Hielt man uns nun schon für Totalidioten", oder waren die SS. - Män­ner, die uns solche Kindereien erzählten, gehirnschwach?

Wann hatten wir nun eigentlich Freizeit?

Ich war inzwischen in die Mittagsschicht gekommen, deren Einfahrt um zwei Uhr mittags und Ausfahrt um halb elf Uhr abends stattfand.

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