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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Neue Transporte rollten an. Es waren Juden aus dem besetzten und un­besetzten Frankreich . Bei der Ankunft wechselten Freude und Leid. Off sahen sich Väter und Söhne wieder, off trafen sich Leidenskameraden, die sich vor Jahren,- vor Jahren kennengelernt hatten. Dann herrschte eine kurze Zeit Freude, aber-- bald darauf übernahmen Leid und Qualen wie­der das Regiment. Immer wieder kamen Bekannte aus früherer Zeit. So traf ich auch einmal eines Tages meinen Kollegen aus Gurs , der mit mir auf der Pumpstation war.

Auch hölländische und belgische Juden trafen ein. Wir fragten sie: Was macht die englisch - amerikanische Luftwaffe?" Und dann berichteten sie uns von den furchtbaren, Tag und Nacht währenden Bombardements. Lange dauert es nicht mehr", sagten sie. Die Neuankömmlinge schickte man teils in die Grube, teils stellte man aus ihnen ein Uebertagekommando, das den Namen Schachtkommando" erhielt, zusammen. Wir waren über die Ein­richtung sehr erfreut, denn man hatte uns gesagt, während der Zeit, in der das Schachtkommando das Lager aufbaute, könnten wir dann schlafen. Warum freuten wir uns eigentlich? Wir hätten doch wissen müssen, daß alles nur leere Worte waren, daß diesen Bestien kein Wort heilig war! Und richtig. Zwei Tage waren vergangen.-- Da war alles vergessen. Es wurde noch schlimmer, noch quälender! Die Arbeit wurde noch härter,-- und das Brot wurde schlecht und schlechter. Es war manchmal geradezu ungenießbar. Dadurch kam es, daß wir unser Brot liegen ließen. Und dieses wiederum hatte den Befehl zur Folge: Die Brotration wird auf die Hälfte herabgesetzt. Die Lagerinsassen haben keinen Hunger, draußen aber betteln hunderttausende von Zivilisten um ein kleines Stück Brot!"

, Wartet Ihr Hunde", schrie der Lagerführer nach Bekanntgabe dieses Befehls, ich werde Euch schon zahm bekommen!"

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Alles war Lug und Trug. Alles Schwindel. Immer nur leere Worte.-- Warum glaubten wir eigentlich immer wieder?- Weil wir dumme Men­schen waren, die immer wieder, trotz der vielen erlebten Greuel, an das Gute im" Menschen glaubten. Wie dumm waren wir doch! Und wir glaubten an den Tag der Befreiung. Wir hofften von Ost und West.

Der Gesundheitszustand der Häftlinge verschlechterte sich von Tag zu Tag. Die Neuangekommenen wurden krank. Ein wenig Fieber genügte, sie für arbeitsunfähig" erklären zu lassen.-- Und damit...

Der Herr Direktor ließ sich nicht mehr sehen. Niemand kümmerte sich um uns Zivilarbeiter". Obwohl in der Grubenkantine täglich ungefähr zwei­hundert Liter Suppe übrig blieben, wir erhielten nichts davon. Man gab die Suppe lieber den Schweinen. Ja,-- aber warum? Wir waren doch auch nur Schweine, wir zählten doch auch zu den Tieren!

Die holländischen Häftlinge magerten am schnellsten ab, denn sie kamen aus dem Lande, in dem Milch und Honig flot!" Jetzt aber? Viele kamen ins Hauptlager zurück!-- Dann ging es an die Italiener. Sie waren der schweren Arbeit nicht gewachsen und konnten außerdem die Kälte am Tage nicht vertragen.

Wir dagegen, die wir schon eineinhalb Jahre hungerten und deren Mägen keine Ueppigkeiten mehr kannten, wir waren abgehärtet. Uns machte eine Verschlechterung nichts mehr aus.

So wechselte das Bild des Lagers. Zugänge Abgänge. Freude, Leid und Schmerz. Je kürzer die Freude war, je mehr sprach man von ihr. ,, Es ist nichts schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen."

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