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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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spannte uns über einen Bock und zehn feste Hiebe mit dicken Gummi­knüppeln prasselten auf unser nacktes Hinterteil hernieder. Wir erlitten wahnsinnige Schmerzen. Doch es kam noch schlimmer. Wer gedacht und sich darauf gefreut hatte, endlich schlafen zu können, der hatte sich sehr getäuscht.

Die anderen Reviere erhielten Schlafbefehl. Unser Revier nicht. Wir durften nicht schlafen, erhielten aber auch keine Arbeit zugewiesen. Etwas Unglaubhaftes folgte. Sieben Stunden mußten wir in Kniebeugestel­lung auf dem Appellplatz verbringen. Es waren Stunden entsetzlichster Qualen. Nach jeder Stunde erhielten wir als Labemittel" einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf. Fiel ein Häftling um, dann schlug man ihn nieder. Die Haut des Hinterteils war aufgeplatzt. Schmerzen über Schmerzen. Aber,- wir mußten aushalten. Als sieben Stunden vorüber waren, hiek man uns Aufstehen!" Dazu war aber niemand in der Lage. Kameraden trugen uns in unsere Blocks. Eine halbe Stunde darauf gab es Essen und kurz danach ging es zur neuen Schicht in die Grube.

Wir wurden dem besonderen Schutz der SS. anvertraut. Wir mußten am Ende des Zuges laufen.

In der Grube.-- Arbeiten konnten wir nicht, denn die Glieder rissen, und die Wunden schmerzten zu sehr. Die Zivil- Arbeiter ließen uns auf die Seite sitzen. Doch,-- wenn ein Scheinwerfer aufflammte, dann griffen wir schnell nach Hacke oder Spaten. Noch tagelang empfanden wir Schmerzen und waren gehbehindert.

Neun Tage waren seit der Flucht des Häftlings X vergangen. Neun lange Tage war er für uns verschwunden, mußten wir für seine Flucht büfen. Und nur neun kurze Tage befand sich der Häftling X in Freiheit. Am zehnten Tage war er wieder da. Ungefähr 100 Kilometer von Auschwitz entfernt, hatte ihn die Gestapo aufgegriffen. Er mußte uns erzählen, wie er seine Flucht durchgeführt habe.

Als er in die Grube eingefahren war, zog er sich einen dort bereitliegen­den Zivilanzug an, setzte sich einen Lederhelm auf, machte sich schwarz und fuhr sofort wieder nach oben, an der SS. vorbei, unerkannt an der Lampenausgabe vorbei und huschte zum Tor hinaus.

Eine polnische Familie, die einige Zeit später dafür gehenkt wurde, ge­währte ihm zwei Tage Unterkunft. Und von dort ging er nächtlich fort und weiter. Immer nur nachts. Er wollte nach Warschau . Dort stammte er her und dort glaubte er, sich vor den Schergen der Nazis verbergen zu können. Ganze Abteilungen der SS. und der Gestapo waren aufgeboten gewesen, den Häftling, koste es, was es wolle, wieder zu ergreifen.

Sein Leben war verwirkt. Aber wir, die Kameraden aus seinem Revier, wir waren die Leidtragenden. Wir büßten schwer. Wäre dem Häftling die Flucht gelungen, dann, so wußten wir, hätte dieser von den viehischen Mil­handlungen berichtet.-- Aber, wer wollte uns helfen?-- Halb Europa war von den Nazibanden besetzt. Woher sollte uns denn überhaupt Hilfe kommen?

Von diesem Tage an wurden auch die Zivilarbeiter täglich genau kontrol­liert. Ohne Kopfbedeckung mußten sie an der SS. - Kontrolle vorbei. Wer keine Haare auf dem Kopfe hatte, oder seine Haare kurz geschoren frug, mußte sich einen Ausweis verschaffen, der bestätigte, daß--.

Wir Häftlinge mußten Arm in Arm nach Hause gehen, damit sollte jede Flucht unmöglich gemacht werden. Die beiden Außenleute einer jeden Reihe waren dafür verantwortlich, daß niemand entsprang.

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