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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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ein Stück Brot. Stecke es in die Tasche", sagte er, aber der Hunger quälte mich so sehr, daß ich nach und nach ein Stückchen nach dem andern in der Tasche abbrach und langsam in den Mund führte. Auch die andern Häftlinge hatten von den Bergarbeitern Brot bekommen. Manche sogar Brot, das mit Butter beschmiert war. Wir waren noch am Essen, als mit einem Male eine Lampe vor uns aufblendete. Wir waren in der ersten Minute blind. Im glei­chen Moment klatschte es auf unsere Backen. Die Zivilisten aber sprangen auf, um rasch zu verschwinden. Mit einem Stock jagte uns der Aufpasser, den wir in der Dunkelheit nicht erkennen konnten, durch den Gang." Schnell, schnell, schnell", trieb er uns fortwährend an. Er raste von einem Häftling zum andern. Dieser Antreiber war ein deutscher Reviersteiger, der in seinem ganzen Leben vorher noch nie eine Grube gesehen hatte.

Er war eben nur Reviersteiger geworden, weil er alter Parteigenosse war, guf brüllen und gut schlagen konnte. Technische Grubenkenntnisse brauchte er nicht zu haben. Die Spezialarbeiten wurden ja durchgängig von Polen erledigt.

Die einzige Aufgabe, die der Antreiber hatte, bestand.darin, auf uns aufzupassen, uns anzubrüllen und uns zu schlagen. Dieser Antreiber hie Sperling, er war Schullehrer und stammte aus dem Rheinland. Er hatte sich freiwillig dazu gemeldet, an einem Schnellkursus für Grubensteiger teilzu­nehmen. Und schon war er eben Steiger geworden.

Die Rutschen waren schwer. Das fortwährende Bücken erschwerte die Ar­beit und schaffte uns große Schmerzen. Scharfe Kommandos durchbrachen die Stille. Alles ging militärisch zu. Hautabschürfungen und Wunden, die durch die herabfallenden Steine verursacht wurden, blieben unbeachtet. Es wurde weitergearbeitet. Wir trugen nur unsere dünnen Häftlingsmützen. Lederhelme, wie sie die Zivilisten bekommen hatten, waren an uns nicht ausgehändigt worden. Am andern Morgen gegen sechs Uhr war die erste Schicht beendet. Müde, hungrig und schwarz wie die Neger, traten wir den langen Rückweg zum Schacht, d. h. zum Förderkorb an. Wir freuten uns darauf, in das Lager zu kommen und zu schlafen. Schon trafen wir die Kame­raden der Frühschicht. Sie sagten uns, wir sollten uns beeilen, es sei schon sehr spät. Wir mußten springen, um nicht die letzten zu sein, denn wieder­um standen SS. - Aufseher bereit, die letzten mit Stöcken über Steine, über Hölzer und über Schienen zu jagen. Eine Lampe nach der andern erlosch. Wir mußten langsamer gehen, wenn wir zusammen bleiben wollten. Als wir am Förderkorb ankamen, standen schon alle andern Häftlinge zur Ab­fahrt bereit. Wir schilderten uns unsere Eindrücke und unsere Arbeit, unter­dessen uns der Capó" zählte, ob noch alle da seien.

Wir fuhren nach oben. Langsam wurde die Luft wieder frischer. Der För­derkorb hielt und schnell sprangen wir hinaus. Alles mußte ja in Sekunden­geschwindigkeit gehen. Noch als wir aus dem Förderkorb heraussprangen, wurden wir schon von den auf uns wartenden SS. - Leuten mit Schlägen auf Kopf und Körper als Dank für die schwere Arbeit begrüßt.

Leise mit dem Kopf schüttelnd standen die polnischen Zivilisten dabei. Aber sie durften nichts sagen und sie wagten es auch nicht.

Wir gaben die Lampen ab und dann traten wir stumm und schweigsam den Heimweg an.

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