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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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geht häufig merkwürdige Wege. Dann war mit einem Male alles ruhig. Die Aufstellung war gelungen. Das Vieh" präsentierte sich in Reih und Glied. Der Herr Oberkommandierende konnte kommen.

Ein Auto rauschte heran.-- Der Motor setzte aus.-- Das Auto hielt.-- Wir hörten das Zuschlagen einer Tür.

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Todesurteil oder Versklavung

Ganz plötzlich raubte uns ein riesiger Scheinwerfer einen Augenblick unser Sehvermögen. In demselben Moment wurden wir gezählt. Während dieser Zählung betraten ein dicker, rotbackiger, großer und ein blasser, schmaler, kleiner SS.- Mann, die unter dem Scheinwerfer befindliche Tribüne. Voller Stolz standen die beiden dort oben und lieben ihre Orden be- wundern".

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Wieviel Menschen mußten wohl getötet worden sein, um diese, die ganze Brustseite bedeckende Anzahl von Orden zu erhalten?-- Was war der Mann?-- Schlächtermeister en gros?-- Die Zählung war beendet. Da sprang ein junger Unterscharführer auf die Tribüne und meldete,-- die Hacken hat­ten in tiefster Unterwürfigkeit geknallt--" Ich melde gehorsamst, zur B e- sichtigung angetreten 1200 Häftlinge, 800 Männer, 400 Frauen". Zur Besichtigung oder zur Abtaxierung?"

Die Zahl war um vieles geringer gegenüber der Abtransportzahl gewor­den. Es war ja auch nicht anders möglich. Es mußten Tote gemacht" werden. Das Lager war schon übervoll. Wo sollte man mit den vielen , evakuierten und aus Sicherheitsgründen zusammengetriebenen Menschen" auch hin?

Tote brauchten nicht gezählt zu werden. Sie aben nichts mehr und be­durften auch keiner Behandlung mehr. Wir standen auf einer Wiese, einige hundert Meter vom Lager entfernt. Der Zug war inzwischen wieder abge­fahren. Er hatte Platz gemacht für neue Transporte. Der Scheinwerfer strahlte. Wir waren für die Häuptlinge des Lagers, Aumeier und Schwarz, ein er­hebendes" Bild. Hier standen 1200 rechtlose Menschen ohne Nichts,-- und im Lager dort drüben schleuderten drei riesige Oefen ihre Flammen zum Himmel. Schwarze Rauchwolken durchzogen die laue Sommernacht und liegen einen Geruch nach verbrannten Knochen zurück. Der Scheinwerfer strahlte und unter ihm standen die grausamsten Richter über Tod und Le­ben, über Freiheit oder Sklaverei. Die Richter warfen sich in Positur,-- sie machten sich bereit, Urteile zu fällen.

Der Lautsprecher ertönte:" Sämtliche männlichen Personen bis zu 18 Jah­ren und über 50 Jahre links heraustreten!" Ein Durcheinander trat ein. Die genannten Jahrgänge schoben sich nach links hinaus. Ein Pfiff ertönte. Und schon stürzte die blutgierige SS.- Soldateska auf die Herausgetretenen und schlug mit Peitschen darauf ein. Ich sah Jungen im Alter von 8 und 9 Jahren, sie riefen: Mama, - Papa!" Auch auf sie hieben die Bestien ein. Man trieb diese Jungen und Männer nach einem kleinen Platz auf der Wiese, wo be­reits eine Anzahl Männer und Kinder lagen. Tote und Lebende durchein­ander. Sie schienen sich schon seit Tagen dort zu befinden.-- Dem Tode und dem Verderben ausgeliefert.

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Mit einem erneuten Pfiff stellte die SS. ihre belebende" Tätigkeit ein.

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