Druckschrift 
Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
Seite
66
Einzelbild herunterladen

waren die Listen des nächsten Transportes bereits verlesen. Meine Mutter war nicht mit aufgerufen.-- Also wurden auch wir getrennt.

Sogleich schrieb ich einen Bittbrief an den Direktor, er möge mich bis zum nächsten Transport oder ganz hier lassen. Ich faßte neue Hoffnung!-- Ach, wenn ich doch hier bleiben könnte! Und meine Mutter mit mir!-- Wenn wir zwei auf der Station zusammen leben könnten!--

Mein Kollege erwartete mich bereits. Er stand am Fenster und sah uns kommen. Verzweifelt lief er hin und her. Auch ihm war die letzte Hoffnung zerschlagen. Dann ergriff er den Fernsprechhörer. Er verlangte seinen Bruder. Und dann riet er diesem, er solle sich verstecken. Damit sie mit dem dritten Transport zusammen fahren könnten.

Als der Posten aus dem Dorfe zurückkam, er hatte noch zwei Brote für mich geholt,-- die Fahrt war vielleicht sehr lang,-- legte ich meinen Koffer auf sein Rad. Schwer fiel mir der Abschied von meinem Kollegen. Wir waren gute Freunde geworden. Wir hatten gehofft, zusammen zu blei­ben. Und dennoch,-- wir sind ja alle ringende Menschen, hatte jeder von uns noch einen ganz geheimen, inneren Wunsch gehegt.

Einen Brotbeutel, den ich mit einigen Kartoffeln, rohen, weißen Bohnen und einem Gefäß mit Marmelade gefüllt hatte, hing ich mir über die Schul­ter. Und dann gings los.-- Mein Herz war so schwer. Und meine Augen nahmen noch einmal alles auf. Die ganze Schönheit dieses Erdenwinkels. Langsam setzte ich Schritt vor Schritt.

Doch bald tauchte das Wahrzeichen des Lagers auf. Die vier Wasserfürme, die zu füllen meine Aufgabe gewesen war,-- die Station lag weit zurück. Und bald darauf war sie durch einen kleinen Hügel verdeckt, war sie meinen Blick en entschwunden.-- Vorbei!

doch z

komme

versted

eben

sten A zerstob

Sie sch

Sollt

Vers

Leiden komme

wir uns doch w

Vor

Gepäc Auf geliefe

vor ihn verstan Man h

zu verl

andere

Das

Brot, se dem M die auf

Als i

den. U

geworf

Stunden des Abschieds

Mein Gepäck hatte ich im Lagerbüro abgestellt. Dann ging ich in die Baracke meiner Mutter, wo ich die Entscheidung auf mein Bittgesuch ab­warten wollte. Langsam krochen die Stunden dahin. Mir war so weh ums Herz. Und doch wollte ich die Hoffnung auf einen günstigen Bescheid, daß ich mit meiner Mutter zusammen bleiben konnte, nicht aufgeben. Ich hatte woh! allerhand Unsinn geschwatzt, um meine wahre Stimmung zu verbergen, und ich glaubte, damit meine Mutter täuschen zu können. Wie töricht war ich. Als ob einem Mutterherzen etwas verborgen bleiben könnte!

Wir sprachen und sprachen.-- Und ich bemerkte gar nicht, wie mich meine Mutter beobachtete. Jeder Händedruck sollte ein Trost sein. Es ist schwer, einer Mutter das Leid zu verbergen.

Endlich, um 1 Uhr mittags, wurde ich auf das Lagerbüro gerufen. Dort eröffnete mir der Direktor, daß die deutsche Kommission" meine Bitte abgelehnt hätte. Also, war endgültig alles aus, also mußte ich fort. Wie konnte ich auch bei der Deutschen Kommission" auf Verständnis rech­nen! Deren Absicht war es doch nicht, unser Leid zu verringern, sondern nur zu vergrößern. Statt Familien zu erhalten, war es doch deren teuflischer Plan, alle Familienbande zu zerstören.

Doch, ich hatte viel von meiner Mutter. In diesem Augenblick, wo viel­leicht andere in großen Jammer ausbrachen, war ich gefaßt. Als ich zu meiner Mutter zurückgekehrt war, teilte ich ihr sogleich die Antwort des Direktors mit, klagte aber nicht, sondern machte ihr Vorschläge, wie wir

66

Tause Siche

ich wie

Dann

keninsa

Bewußt

aufzusc

mich. A sie auf

Gar Dann über m

Ich w des Ab zusamm

umarmt

"

mehr. T

Als i Knieen

ten sich

Auf

Dann

waren

5*