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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Dann schrieb er meine Häftlingsnummer auf. Was wird nun wieder ge­schehen, dachte ich, und welche Strafe werde ich erhalten? Ich befand mich im Zustande höchster Nervosität.-- Ich wartete und wartete.

Erst nach zwei Tagen wurde auch meine Nummer zur Bestrafung aufge­rufen. Zitternd ging ich ans Tor, um mein Urteil entgegen zu nehmen. Zwei Stunden ließ man uns stehen. Und ohne Urteil konnten wir nach dieser Zeit wieder wegtreten". Fünf Tage hintereinander wurden wir ans Tor ge­rufen. Fünf Tage voll Angst und Schrecken.

Dann stand ich vor dem Lagerführer. Sie haben die deutsche Uniform zu grüßen verweigert. Dafür werden Sie eine halbe Stunde hängen!" Kalf lief es mir über den Rücken, als ich die Treppe wieder hinunter ging und mich zu meinen Kameraden gesellte.

Kurz darauf kam ein SS.- Blockführer und führte uns zwölf Häftlinge zum Hängen". Vorher wurden wir einem SS. - Arzt vorgeführt, der uns nach kurzer Untersuchung für hängefähig" erklärte.

Auf einem kleinen Platz hinter der Häftlingsküche waren 12 Galgen auf­gestellt. Jeder von uns wurde einem Galgen zugewiesen. Wir mußten un­sere Hände auf den Rücken legen, und dann wurden wir mit dicken eisernen Ketten gefesselt. Unsere Hände bestanden nur noch aus Knochen. Die Ketten umspannten unsere Gelenke. Jeder Häftling mußte sich auf eine 40 cm hohe Kiste stellen, und dann wurden wir an den Händen langsam nach oben gezogen. Die Kisten wurden weggestoßen, und wir hingen frei. Es waren entsetzliche Schmerzen, die wir zu ertragen hatten. Ich denke noch heute mit Grausen und Schaudern daran, und es ist mir unmöglich, diese Qualen zu beschreiben.

Der Lagerführer hatte einen Affen, der uns hin und her schaukeln mußte. Unsere Arme wurden immer weiter nach rückwärts gedreht.-- Schaurig, schaurig. Das Schreien und Stöhnen muß furchtbar gewesen sein. Aber wäh­rend dieser 30 Minuten ging ein SS.- Blockführer zynisch lächelnd von einem zum andern und fragte uns nach unserem Befinden.

,, Na, Ihr Hunde, das ist besser als Geschäfte zu machen, was?!- Ihr verreckt ja doch alle. Kommt Ihr jetzt noch einmal darüber hinweg, so geht Ihr beim nächstenmal bestimmt kaputt!"

Als man uns nach 30 Minuten abnahm, brachen wir bewußtlos zusammen. Nach den üblichen Kalt- Wasser- Behandlungen und noch anderen Quäle­reien, trugen uns einige Häftlinge in unseren Block. Mit Hilfe eines Häft­lingsarztes wurde mein linker Arm wieder eingerenkt. Einige ältere Kame­raden waren an der grausamen Behandlung gestorben.

Eine besondere Spezialität war auch das stundenlange Tragen von schwe­ren Steinen, bergauf, bergab,-- unter den andauernden Schlägen der SS. - Banditen, die uns alle 200 Meter befahlen, die Steine auf die Erde zu werfen, wieder aufzunehmen, auf die Schultern zu legen und im Laufschritt den Berg zu nehmen".

Geradezu eine Spielerei war es, wenn die Helden" uns Häftlingen befahlen, die Mützen 50 mal ab- und wieder aufzusetzen, weil wir angeb­lich nicht vorschriftsmäßig gegrüßt hätten. Dabei kam es häufig vor, daß ein Bandit zum Schluß dem Häftling die Mütze herunterriß und auf den ,, Rasen " warf, von wo sie der Häftling unter Einbüßung seines Lebens wieder holen sollte.

Es war ja nur ein" Spiel" mit Menschenleben. Und welches Spiel trieb man noch?

Für starke Raucher war man sehr eingenommen. Sie waren nicht nur auf Essen" bedacht, sondern liefen auch ständig stummel"- oder kippe­

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