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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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So hatten wir 32 Stunden gestanden.

Wir marschierten ab. Auf dem Appellplatz lagen viele Tote. Ich selbst konnte nicht mehr gehen, ich konnte die Füße nicht mehr auseinander­bringen. Kameraden trugen mich in den Block.

Die SS. hatte erneut bewiesen, daß sie mit allen Mitteln bestrebt war, dem Befehl zu folgen: Schlagt sie, wo Ihr sie trefft!"

Diese und alle anderen Strafmaßnahmen der SS. ließen erkennen, daß es sich dabei nicht um augenblickliche Wutanfälle handelte, sondern um mit genauer Berechnung durchgeführte drakonische Maßnahmen, die den Hirnen der Hyänen in der deutschen Reichsregierung und der SS.- Banditen ent­stammten.

Ordnung, Fleiß, Sauberkeit und Liebe zum Vaterland

Die große Kälte war vorbei. Ab und zu zeigte sich sogar die Sonne am Himmel. Dazwischen aber gab es einige Tage, an welchen um vier Uhr nachmittags noch Eiszapfen an den Dachrinnen hingen.

Mit dem Marschieren" hatte man Schluß gemacht. Jetzt sollten wir nach einem anderen Motto erzogen werden, bzw. uns selbst erziehen. Die Schreckenswochen" hatten wir hinter uns. Jetzt? Was hatte

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man nun für Qualen ausgeheckt?-- Es war doch nicht möglich, daß nun mit einem Male ein menschliches" Regiment einsetzen sollte!

" Ordnung, Fleiß, Sauberkeit und Liebe zum Vaterland", so lautete der Erziehungsleitspruch.

In einem Teil der Räume wurden die Pritschen entfernt, so daß nunmehr jedem Häftlingsblock ein Schlaf- und ein Tages- Aufenthaltsraum zur Ver­fügung stand. Fürwahr eine gewaltige Aenderung zum Guten.

Doch, wer auch nur einen kleinen Hoffnungsanker zu erblicken geglaubt hatte, mußte seinen Irrtum bald erkennen. Die Erfahrenen unter uns, die den wahren Charakter der Nazibanditen schon immer erkannt hatten, be­hielten Recht. Es war nur eine Aenderung der angewandten Bestialität. Eine Aenderung der Art. Vielleicht waren uns die bisherigen Bestialitäten schon zu genau bekannt.

Ununterbrochen und unter ständiger SS.- Bewachung mußten wir oft bis zu sechs Stunden am Tage die Fußböden bohnern, mit unseren Schuhbürsten. Im Anschluß daran mukten wir die Schränke mit Rasierapparaten abkratzen, säubern. Alle drei Stunden wurde eine Sonderkontrolle durchgeführt. Mit den Schuhen in der Hand, an deren Nägel kein Stäubchen sein durfte, er­warteten wir schreckerfüllt die Kontrollen.

Keine Kontrolle ging ohne Strafen ab.

War am Henkel eines Gefäßes auch nur ein winzig kleiner schwarzer Punkt zu sehen, so mußte der Verbrecher" zwei Stunden ohne Schuhe und Strümpfe mit hocherhobenem Gefäß draußen stehen, in der Sonne, im Regen, oder im Schnee. Es waren stets zwei Stunden voller Todesqualen, denn wenn der Häftling seine müde und schlapp gewordenen Arme auch nur für Sekunden senken wollte, dann erreichte ihn bestimmt eine Scharf­schützenkugel. Wegen Insubordination, wegen Sabotage.

Auch ich habe einmal mit Mühe und Not und unter Hangen und Bangen solche zwei Stunden überstanden.

Fanden die SS. - Schreckgestalten nichts zu beanstanden, so schauten sie uns grimmig an. Und,-- wenn wir das Gesicht auch nur ein wenig ver­

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