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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Einkleidung und ärztliche Untersuchung

Wir standen bis zum Mittag. Dann führte man uns zum Haarschneiden. Wir wurden kahl geschoren, und wir wurden fotografiert. Beides mit Metho­den, die wahrhaft sadistische Hirne erdacht haben.

Beim Fotografen setzte man sich auf einen Stuhl, der sich automatisch nach drei Richtungen drehte und jedes Mal eine Aufnahme auslöste. Nach der letzten Aufnahme entsprang dem Sitz eine fünf Zentimeter lange Nadel, die dem Häftling ins Gesäß drang. Erst dann hieß es:" Fertig. Der Nächste!" Der Stich hinterließ heftige Schmerzen.

Ein besonders dazu angestellter Häftling mußte eingetretene Blutspuren entfernen, damit der Nächstfolgende nichts bemerkte.

Diese Einrichtung war eine ganz besondere Grausamkeit für diejenigen Häftlinge, deren erste Aufnahmen nicht gelungen waren und sich nun die­ser Folterung noch einmal unterziehen mußten.

Es ist nicht nur einmal vorgekommen, daß es Häftlinge vorgezogen haben, sich von einem einmaligen Schlage der Starkstromleitung treffen zu lassen und damit ihr Leben zu beenden, als noch einmal auf dem Fotografierstuhl Platz zu nehmen.

Nach dieser Quälerei kamen wir ins B a d". Wir freuten uns darauf. Aber, ach, wie sehr wurden wir enttäuscht. Es war nur eine neue Quälerei. Erdacht von wahrhaften Bestien in Menschengestalt. Neben einem großen Kessel stand ein sogenannter SS.- Arzt in weißem Kittel und mit einer Reitpeitsche. Der Kessel war mit kochendem Wasser gefüllt, das mit einem Desinfek­tionsmittel vermischt war. Diesen Kessel mußten wir passieren. Der Arzt achtete mit teuflischer Freude darauf. Kaum waren wir in dem Kessel, hagel­ten Peitschenhiebe auf unsere Köpfe, soda wir gezwungen waren, den Kopf unter Wasser" zu stecken. Viele von uns haben in diesem Kessel ihr letztes Bad genommen.

Dann trieb man uns unter die Duschen, welchen in unregelmäßigen Ab­ständen abwechselnd kochendes und eiskaltes Wasser entströmte.

Zwischendurch aber kam der Befehl" Mund auf!" Kaum hatten wir den Mund geöffnet, da wurde uns auch schon ein dicker Schlauch in die Mundhöhle gesteckt. Wir glaubten, zu ersticken. Der Druck des so unver­hofft und in gewaltiger Stärke in die Mundhöhle gespritzten Wassers warf mich um. Ich blieb einen Augenblick liegen. Durch die Schläge der SS. - Ban­diten kam ich wieder zu mir.

Dann wurden wir mit Stöcken, an denen Nadeln befestigt waren, zur ärztlichen Untersuchung zusammengetrieben.

Der Arzt war ein SS.- Sturmführer von ungefähr 30 Jahren. Dem Aussehen nach ein verwegener Verbrecher. Drei Meter von ihm entfernt war mit Kreide ein kleiner Kreis gezeichnet. Daneben standen zwei Krankenhelfer. Davon hatte der eine einen Vollgummischlauch in der Hand, der andere aber hielt seine Riesenhand zum Schlagen bereit.

Einer nach dem anderen traten wir darauf in den kleinen Kreis. ,, Gesund oder krank?" fragte der Arzt.

Ich beantwortete die Frage mit" Gesund ", hatte dabei aber unbewußt mit dem Kopfe genickt, um meine Antwort zu bekräftigen. Das aber war verboten.

Sofort hagelten schwere Schläge auf mich hernieder. Ich war einen Augen­blick betäubt. Kaum aber hatte ich meine Besinnung wieder erlangt, da mußte ich erneut in den Kreis treten. Und wieder hagelte es Schläge.

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