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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Schläge erhielt jeder.-- Ganz gleich,-- ob die Antwort krank" oder gesund" lautete, ob man still stand oder sich unbewußt bewegte. Die Männer, die etwas beleibt waren, erhielten Knüppelhiebe über den Bauch, ja, man ging sogar so weit, mit satanischer Freude auf die Ge­schlechtsteile zu schlagen.

Und das alles in Gegenwart des Arztes!

Die ärztliche Untersuchung war beendet. Dann mußten wir alle völlig nackt, trotz starken Frostes, auf den Appellplatz marschieren. Wir sollten eingekleidet werden. Ein jeder erhielt einen leinenen Häftlingsanzug, ein kurzes Hemd, ein Paar Sommerstrümpfe, eine Mütze und ein Paar leichte Schuhe.

Während unserer Einkleidung trafen neue Opfer der von Rath­Aktion" im Lager ein. Darunter waren auch Juden aus meiner Heimat. Ich sah bekannte Gesichter.

Nach Aufnahme unserer Personalien und nach Empfang der Lagernummer und des KZ- Winkels, dessen verschiedene Farben zur Bezeichnung des Inhaftierungsgrundes dienten, wurden wir auf verschiedene Blöcke verteilt. Zusammen mit Pfälzer und Wiener Leidensgenossen wurde ich dem Block 18 zugeteilt. Die Stube war für die Aufnahme von 50 Menschen eingerichtet. Holzpritschen waren aufgestellt. Wir wurden jedoch zu 200 in dieser Stube untergebracht.

Erst jetzt, nachdem alles eingeteilt war, erhielten wir etwas zu essen und zwar 250 gr Brot und etwas kalten Tee.

Wir waren hungrig.

Wir aßen daher nicht,-- nein, wir schlangen gierig unsere Mahlzeit hin­unter. Und wir taten recht daran, denn schon bald darauf ertönten schrille Pfiffe: Antreten zum Appell!"

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Der Appell war das Gebet des Lagers. Dreimal täglich wurden solche Appelle abgehalten,-- Zählappelle,-- wozu alle Häftlinge anzutreten hatten. Kranke oder unabkömmlich bei der Lagerverwaltung beschäftigte Häftlinge wurden als kommandiert" gemeldet. Diese Appelle gehör­ten zu den verbrecherischsten Quälereien, die man mit uns vornahm.

Wenn sie täglich zu bestimmten Zeiten angesetzt gewesen wären, so wäre dieses zur Gewohnheit geworden, und wir hätten es nicht anders ge­wußt, darum,-- um uns in ständigem Schrecken zu erhalten, um uns immer wieder zur Verzweiflung zu treiben,-- wurden diese Appelle Tag und Nacht zu immer wechselnder Zeit abgehalten.

Mitten aus der sehr kurzen Dienstruhe, inmitten der Nacht, wenn wir unsere quälenden Gedanken eine kleine Weile zum Schlafen gebracht hatten, erscholl das Kommando: Antreten zum Appell!"

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Jeder Mensch wird einmal schon aus tiefstem Schlaf gerissen worden sein, dann weiß er auch, wie schwer es ist, die Gedanken zu sammeln. Doch, wenn es jede Nacht geschieht, einmal um 12 Uhr, einmal um 1 Uhr, zwei Nächte gar nicht, dafür aber die folgende Nacht dreimal hintereinander, in Unter­brechungen, daß du gerade wieder eingeschlafen bist, dann sind es keine Sicherungsmaßnahmen mehr, dann sind es Schurkereien sadistisch veran­lagter Kreaturen.

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