Druckschrift 
Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen

Vielleicht hat dieser letzte Krieg eine neue Mutation der Menschheit bedingt, sodaß die Zeit für die Durchführung dieser Gedanken herannaht.

Die Menschen unseres Kontinents haben in den letzten Jahr­zehnten wahrhaftig nicht bewiesen, daß in ihnen das Prinzip der Vernunft herrscht, weil sie den kriegerischen und menschenfeind­lichen Prinzipien die Herrschaft und Leitung ließen!

Dieser zwischen Menschen und Völkern unbedingt notwendige Universalvertrag war bisher durch die natürlichen Schranken, durch Meere getrennte Kontinente, Flüsse und Grenzen, geteilte Länder, durch Sprachen und Rassen und völkisch aufgebaute Gegen­sätze unmöglich gemacht. Aber der menschliche Geist hat heute einen derart hohen Stand in der technischen Beherrschung erreicht, daß die natürlichen Grenzen, wie Flüsse, Meere und Berge keine Hindernisse mehr bieten, während die gemeinsamen Nöte des Krieges die Völker gelehrt haben dürften, daß Verständigung und Spracheinigung ein großes Mittel zur menschlichen Harmonie bilden, daß die Prediger von Haß und Feindschaft zwischen Nationen ausgemerzt werden müssen, gleichwo in welchen Völkern sie stecken.

-

In jedem einzelnen Staate sind durch die gesetzliche Ver­fassung alle rechtlichen Verhältnisse bestimmt aber die Staaten konnten bisher untereinander kein gemeinschaftliches, durchaus nach Gesetzen organisiertes Ganzes, bilden. Und diese unvoll­kommene Gesellschaftsverfassung in Fragmenten kann daher den Krieg nur provisorisch jedoch nicht definitiv aus ihrer Mitte verbannen.

-

Das Gebot unseres Zeitalters ist es, der Menschheit das welt­umspannende Gesetz zu geben, das jeden Erdenbewohner gegen­einander sichert und verpflichtet. Mag dieses durch einen völker­verbindenden Universalvertrag oder die Schaffung einer Welt­union geschehen!"

Berger hatte, über seine Arbeit gebeugt, seine Ansichten ent­wickelt. Nun richtete er sich auf und schaut in die großen, hellen Augen Professors Th., der seinem Arbeitspartner nun die Hand auf die Schulter legt und sagt, daß diese Gedanken auch seine seien. Er unterstrich die Auffassung Bergers und betonte, daß er auf seinen Weltreisen die Feststellung getroffen habe, daß gerade die meisten Deutschen politisch unreif und ungebildet seien, was auch seine geschichtliche Begründung habe. ,, Denn dem gemein­freien, urdeutschen Manne galt seine Unabhängigkeit und Freiheit

74

a