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Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
Entstehung
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Zuge der Pflicht oder des völkischen Zwanges ihr. Leben, ihre Gesundheit, Glieder, Hab und Gut, maßloses Elend hinterlassend. » Billionen- und Trillionenwerte an materiellen Gütern und ein unschätzbares Maß an Kraft, Idealismus, Einsatzbereitschaft, an Glück und Leben werden wieder in diesem menschenunwürdigen Streit vertan. Güter, die wahrhaftig besser für das Leben und als Opfer für(die Schlichtung eines völkerpolitischen Geistesstreites eingesetzt worden wären. Aber wo der Geist begrenzt wird, da herrscht die Faust, die Gewalt. Und hier erweist es sich, daß das Recht des Stärkeren das stärkste Unrecht ist!

Wir erleben wieder das grauenhafte Zersetzungsmanöver, die Verfälschung und Umkehrung ordnungsmäßiger und fundamen- taler, kosmischer Begriffe, wodurch Recht in die Gnade oder Willkür des kleinen oder großen Machtbetrauten gelegt ist. Jahr- tausendelang erleben wir nun immer wieder das gleiche Spiel in wechselnden Variationen und die Menschheit scheint weder klüger noch besser geworden zu sein....!

Wann endlich kommt die Zeit, da die Menschheit die Kon- sequenz und die Lehre aus ihrer Leidengeschichte zieht? Wann erfüllt uns die Erkenntnis, daß die Gewalt das Gesetz des unver- nünftigen Tieres, Gewaltlosigkeit jedoch das Gesetz der Mensch- heit ist? Und die Tapferkeit des Herzens größer als die des Schlachtfeldes angesehen wird?

Ursula befindet sich zur Zeit des Kriegsausbruchs im September 1939 in einem kleinen Landhäuschen am Starnberger See . Monate waren im besten Glück in der westdeutschen Stadt vergangen Teiten, die alle Wünsche und Sehnsüchte stillten. Gewiß, den Eltern war die neue Verbindung ihrer Tochter mit dem jungen Journalisten sehr lieb, doch fanden sie in ihrer schwerbeweglichen Auffassung die öffentliche Lösung des früheren Verhältnisses um einer vermutlichen Schadenfreude und eines möglichen Klatsches

der Nachbarschaft als peinlich. Die Ansichten alter Leute sind vor

allem in dörflichen oder kleinstädtischen Verhältnissen sehr eigen. Und so blieb die Verlobung zwischen den beiden nach außen vorerst unbekannt. Doch Berger verlebte seine Nachmittage im Hause oder im Garten oder draußen im westdeutschen Raum mit seiner Ursula. Rolf wußte das Leben immer wieder neu, immer abwechslungsreich zu gestalten.: Wie ein schöner Traum verflossen die Monate. Und wenn er sich.abends gegen 10 Uhr in ihrer Wohnung verabschiedete, hängte sich Ursula bis zur Haustüre in seinen Arm, und es dauerte

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