29. Mai

Einmalig«. Dieses Wort dürfte eigentlich nicht einmal zweimal gebraucht werden, nun aber ist es zum verbrauchtesten Klischee gemacht worden. Sie spucken und räuspern sich alle» einmalig<<. Schon, aber erreichen sie nicht doch wieder durch diese ihre Absurdität, daß sie» einmalig<< sind?

Alles, was ich niederschreibe, hat nun ganz von selber die Tendenz, sich zu einem Dialog zu ent­wickeln. Mein Geist ist immer sofort im Gespräch mit einem Du. Und wie ist es erst mit meinem Monolog! In ihm zwar bin ich einsam vor allen Menschen, aber ich stehe um so absoluter vor Gott . Mein Partner ist das große Du, das älteste, das ewig ist, ehe ich war, das transzendente» Du«<, mein Schöpfer, mein Herr und mein Gott!

4. Juni

Mein fünfundsechzigster Geburtstag. Einmarsch der Alliierten in Rom !

Der Präsident der Reichsschrifttumskammer läßt mir schreiben:» Zu Ihrem 65. Geburtstag am 4. Juni möchte ich Ihnen, gleichzeitig im Namen des deutschen Schrifttums, meine besten Wünsche übermitteln.<< Wie ist das? Ja, wie ist das? Hat Herr Johst überhaupt eine Ahnung von mir? Dann hat er sicherlich keine Ahnung von diesem Brief. Weiß er aber von diesem Brief, dann weiß er sicherlich nichts von mir. Es besteht der be­gründete Verdacht, daß der Brief ein automa­tisches Produkt einer gutgeordneten Kartothek ist, in der hinter der Nummer 8814- das ist

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