die man nicht ändern kann, und solche, die dort die Dinge haben, welche man ändern kann. Das macht einen der wesentlichsten Unterschiede. Die vollkommene politische Weisheit bestände eben in der richtigen Unterscheidung der Dinge, die man ändern kann, und derer, die man nicht ändern kann. So aber wird in furchtbarer und verbreche- rischer Weise gepfuscht.
Abraham muß Isaak mehr geliebt haben als irgend etwas auf der Welt; so sehr, daß er in Gefahr war, ihn mehr zu lieben als Gott. Darum mußte er versucht werden. Hätte Abraham den Isaak Gott vorgezogen, so hätte Christus nicht geboren werden können.: Wieder und wieder wer- den solche Opfer verlangt. Hätte Stephanus sich geweigert, so wäre Saulus nicht Paulus geworden, und die Heiden wären nicht bekehrt worden.
Daß ein Argument irgendeines Philosophen gegen das Christentum mir zu hoch sein sollte, daß ich es nicht verstehen könnte, und namentlich irgend- eines Modernen: Schopenhauer , Nietzsche oder Scheler, das ist mir wahrhaftig niemals in den Sinn gekommen; im Gegenteil, ich könnte man- ches sogar besser sagen als sie. Nein, nein, hier habe ich alles andere, nur keinen Minderwertig- keitskomplex. Nicht Paulus oder Augustinus oder Thomas oder Newman oder Kierkegaard halte ich für»dumm« gegenüber jenen, sondern-rauh und roh gesagt, genau umgekehrt: wiewohl ich natürlich weiß, daß der eigentliche Unterschied die Gnade ist.
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