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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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nung bestehen. Diese wird in steigendem Maß und schließlich heillos verletzt, wenn man

1. den Primat des göttlichen Rechts vor dem menschlichen nicht mehr anerkennt;

2. die Rechte des Kaisers aufhebt und alles unter die unmittelbare Herrschaft Gottes oder des Prie­sters ziehen will und schließlich

3. sagt[ die Häresie des Tages!]: es gibt nur das Recht und die Macht des Kaisers. Ihm ist alles gegeben, auch das Gewissen des Menschen, denn er, oder allenfalls das Volk, ist wenn nicht Gott selber, so doch ein unmittelbares, unfehlbares Or­gan Gottes.

Die preußisch- deutsche Kriegstheologie ist in der Tat: Gott ist immer mit den stärksten Batail­lonen. Die praktische Schlußfolgerung ist also, und sie ziehen sie und führen sie aus: machen wir um jeden Preis unsere Bataillone zu den stärk­sten, dann muß Gott mit uns sein. Das ist eine schlechte Theologie. Und diese Theologen ließen sich auch nicht durch ein Wunder zum rechten Glauben bekehren.

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Der Geärgerte spricht: der Mensch denkt, Gott lenkt. Ist es nicht heute umgekehrt? Denkt viel­leicht der Mensch? Aber er lenkt! Und Gott wird um so mehr denken. Mein Freund, wie billig sind solche Scherze, unwürdig deiner Verzweif­lung und der Bitterkeit deines Herzens. Such einen andern Weg! Weine, schweige, bete, falte, die Hände! Aber laß das! Denn alles bleibt beim Alten. Gott ist der Herr. Er lenkt und er denkt anders als die Menschen.

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