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Es sind meist Menschen mit finsteren Absichten, die die Worte Christi oder auch der Apostel kla- rer aussprechen wollen. Haben sie keinen bösen Willen, so fehlt ihnen doch der»Sinn des Glau- bens«e. Und auch das ist nicht harmlos. Der »Sinn des Glaubens« dringt wohl ein in das Dun- kel des biblischen Wortes, aber er klärt es nicht auf.
Der Humor ist ein endlicher geistiger Raum, wäh- rend der Glaube der unendliche ist. Das zeigt ja die Dialektik der Verzweiflung. Ein Verzwei- felter, also einer, der den Glauben nicht hat oder verloren hat, kann noch sehr wohl, und zwar in genialer Weise, viel Humor haben. Die Dich- tung Shakespeares ist voll von solchen Gestalten. Die humoristische Replik eines Verzweifelten wird sozusagen von der für ihn undurchdring- lichen Mauer des unendlichen spiritualen Rau- mes zurückgeworfen und hat einen eigentümlichen, unheimlichen, unverkennbaren Klang. Wie ganz anders ist der Klang der humoristischen Repliken eines Märtyrers wie Thhomas More in dem Augen- blick, da sein Glaube in den Himmel sah; auch sein Ton ist von dieser Erde, wie eben überhaupt immer Humor von dieser Welt ist, aber der Ton ist nicht ein einsamer,»verlorener«, wie der jedes Verzweifelten, sondern ein Akkord irdischen und unhörbar-hörbaren himmlischen Klangs. Ein Glau- bender kann sich in der Welt zeitweise ohne jede endliche Möglichkeit sehen, er kann ohne jeden Humor, auch ohne den»verzweifelten« sein, und doch sieht das Auge seines Glaubens den Inbegriff überhaupt aller nur möglichen und für Menschen- verstand unmöglichen Möglichkeiten: Gott selber.
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