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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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zu machen, unter Absehung von seiner zweifel­losen Wahrheit und Berechtigung.

Diktaturen sind immer Fieberzustände. Wir wis­sen aus dem physischen Leben einzelner Indivi­duen, wie lange ein Fieber anhalten kann. Es ist nicht anders mit dem moralischen Leben einzelner Völker. Aber die Norm ist es nicht.

Ich habe den Eindruck, der sich immer mehr be­stärkt, daß die Deutschen mit den Juden etwas r- gemein haben, das sich sonst unter europäischen Völkern nicht findet. Nur ein deutscher Christ kann sich so von dem unmittelbaren Schicksal und der unmittelbaren Geschichte seines Volkes ff lösen, wie der jüdische Christ das immer getan hat von Anfang an bis heute, ohne sich spiritual und heilsgeschichtlich loszutrennen- im Gegen­teil: das ist von einer Bedeutung, die gar nicht übertrieben werden kann. Aber sie wird kaum gesehn. Im Natürlichen schon hat diese Tatsache eine Analogie. Es gibt in keinem andern Volke so viele Denker von Rang, die sich rein natürlich - und also ohne die christliche Liebe, die wahre Christen haben so grausam und entschieden ge­gen ihr eigenes Volk gestellt haben wie Deutsche , angefangen das freilich ist bezeichnend- von Luther über Hölderlin , Schopenhauer , Nietzsche.

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Dieser Krieg bestätigt meine These, daß die Quan­tität eine Art von Qualität schafft. Zwanzig­tausend Tanks sind nicht bloß arithmetisch mehr als zweitausend Tanks, sondern sie sind etwas anderes und wirken so als Qualität. Durch diese Qualität siegen im Augenblick die Deutschen .

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