chend, natürliche Freude und natürliche Trauer. Aber der Sieg des Guten ist nicht wie der Sieg des Bösen, und die Niederlage des Guten ist nicht wie die Niederlage des Bösen. Unter der Freude des einen kann die Gerechtigkeit Gottes liegen, unter der des andern der Haß der Hölle. Unter der Trauer des einen kann der Friede Gottes liegen, der über alle Vernunft ist, und unter der des andern die Verzweiflung der Hölle.
Steht nicht vor jedem Christen drohend auch dieses Kreuz Christi : daß er am Ende als ein Feind seines Volkes gilt? Dieser Krieg zertrümmert alle Nationalkirchen, die christlich sein wollen.
Die katholische Kirche hat noch lange nicht die Schätze der Erkenntnis[ vor allem der Erkenntnis der Zeit, soweit diese Beziehung hat zum Reiche Gottes] erkannt, geschweige denn verarbeitet, die Menschen außerhalb der Kirche, die Christus geliebt haben von ganzem Herzen, beigebracht haben. Die katholischen Theologen, soweit sie nicht reine Dogmatiker sind, haben sich recht mittelmäßig verhalten gegenüber Männern wie Blumhardt, Hilty, Kierkegaard . Sie sehen nicht einmal blinken die Goldbarren unter dem häretischen Staub sie sehen nur diesen. Und das ist schade!
22. Mai
Frankreich hat viele Heilige, also hat es auch viele Beter, denn nur ein Land, das viele Beter hat, erzeugt auch viele Heilige. Es wird heute
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