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Die Gesichter unserer Generäle und Offiziere, die abgebildet werden, sind alle von einer durchaus einheitlichen Energie, sauber, nicht von Leiden- schaften, sondern sozusagen von Tüchtigkeit stig- matisiert, oft in einerunangenehmen Weise hübsch, in einer geradezu erschreckenden Weise aber meta- physisch leer. Ich höre sofort, wenn ich die Bilder sehe, auch ihre Stimmen, die gleich der des An- sagers der»deutschen Sendung« sind und die allein mich an ihrem Siege zweifeln lassen, denn eigent-
lich sind es Gesichter von Siegern.
° Der deutsche Soldat a deshalb der stärkste und
furchtbarste, als Soldat an sich, weil er nicht zu wissen braucht, wofür er kämpft, und es eigent- lich seit der preußischen Hegemonie auch niemals faktisch gewußt hat. Er fragt gar nicht danach. Er ist einfach hypnotisiert von seinem Lieblings-
"beruf, für den er ein so immenses Talent hat.
Wer ihn dabei zu packen versteht, kann das ver- worfenste Subjekt sein und das Volk mit Sicher- heit in das größte Elend führen. Das macht nichts. Der deutsche Soldat wird funktionieren, ungleich besser als seine Maschinen, die auch schon gut funktionieren.
Das dose des Zustandes dieser Welt wird auch dadurch erwiesen, daß heute eher die Schur- ken den Schurken als die Guten den Guten helfen.
19. Mai; Heute verkündete die Automatenstimme der »deutschen Sendung« einen Gedanken ihres Herrn.
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