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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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Zum Reich, als Imperium, gehörte eine Krone, das wußte man von je. Das wußten in neuerer Zeit England, Napoleon, Wilhelm, Mussolini . Der Zigeuner [ Hitler] scheint das nicht zu wissen. Aber vielleicht fällt es ihm nachträglich ein. Er wird eine zeichnen zum eigenen Gebrauch, also so unmöglich wie er selber.

Bedenket wohl, daß, wenn wir Christen so sehr unrecht hätten, daß unsere Religion überhaupt keine Wirklichkeit meinte, sondern nur Erfin­dung, Einbildung, Phantasie, Phantasterei wäre, wir selber nach zweitausend Jahren durch die intellektuelle Geschlossenheit unseres Systems, durch die Macht unseres Glaubens und Lebens in unseren Heiligen eine Wirklichkeit selber wären, die uns einfach zu Göttern machte.

Vorschlag eines neutralen Ästheten<: Lassen wir doch die tüchtigen Deutschen in Europa die Auto­straßen bauen, das Post- und Eisenbahnwesen und die Feuerwehr organisieren! Es ist ja niemand tüchtiger als sie. Wir wollen die Kunst und den Geist betreuen! Denn wir müssen natürlich neutral bleiben.

Die unmittelbarste und die stärkste Einheit schafft nicht dasselbe Denken, nicht einmal dasselbe Wol­len, sondern dasselbe Fühlen[ dieselbe Memoria!], in und auf welchem Denken und Wollen ruhen, aus dem sie ausgehen, in dem sie ihre Spuren hinterlassen.

Die Wahl, in die Hände Gottes oder in die Hände der Menschen zu fallen, macht mir keine Qual. Ich

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