liche Vorbild und Beispiel versagt. Alles ist Geschwätz.
Der eine meint, er sei an allem schuld, der andere, er sei überhaupt an nichts schuld. Beides ist verkehrt, aber der erste ist immerhin der Wahrheit näher.
1. Mai
Das Recht des Bestehenden scheint relativ einfach zu sein. Scheint, sage ich; jedenfalls tun die Menschen so, auch wenn es in Wahrheit gar nicht so einfach ist. Aber das Recht zu erobern und das Recht des Siegers läßt sich nicht so leicht in Paragraphen fassen und sagen. Schon in den ersten Prinzipien gehen die Menschen auseinander. Hat jeder dadurch, daß er lebt, schon das Recht zu leben? Oder wird es durch seine Zugehörigkeit oder durch seine Eigenschaften oder durch seine Leistungen erlangt und bestimmt? Sind Menschen oder Völker prinzipiell füreinander da oder prinzipiell gegeneinander? Die jeweiligen Antworten geben verschiedene Rechtslehren. Geht das Recht des Stärkeren vor dem Recht des Schwächeren, wenn dieser überhaupt eines hat? Wäre der Begriff der Stärke eindeutig und der der Schwäche auch, dann könnte man diesen Satz aufstellen auf Grund der Natur, wo er für den Augenschein zu gelten scheint. Nun aber sind beide Begriffe so vieldeutig, daß solchen Paradoxien wie» der Stärkste ist der Schwächste« und» der Schwächste ist der Stärkste« ein einsehbarer Sinn zukommen kann.
Im Leben dieses Äons gibt es einen Drang zu erobern und also wohl auch ein Recht, aber wer will
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