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raden Linie, sondern im Zick-Zack und in Spi- ralen, kommt es, daß die einzelnen Geschlechter und vor allem die Individuen Dinge erleben und sich zu ihnen stellen müssen in einer Weise, für die sie in der kurz vorausgegangenen Zeit keine Analogie, keinen Vergleich haben, dagegen wohl in einer früheren. Wir verstehen heute- in Deutschland - die ersten Christen viel besser als die Christen des hohen Mittelalters. Wir ver- stehen sie auch ungleich besser, als die Christen des Hochmittelalters sie verstanden haben und verstehen konnten.
Ich soll Herr sein über mein Denken, Wollen und Fühlen! Wahrhaftig, gibt es etwas Geheimnis- volleres als ein solches»Ich«? Was ist das denn? Womit, wodurch soll es denn Herr sein über Denken, Wollen und Fühlen, es sei denn mit und durch Denken, Wollen und Fühlen? Oder gibt es über diesen dreien noch etwas anderes, schlecht- hin Unsagbares? Einen unzugänglichen Kern des Seins, die Person, die»Macht« hat, die»mächtig« ist?
28. März
Wer Christus malt, der malt die menschgewor- dene zweite Person der Trinität. Das ist der erste Satz für einen christlichen Maler. In seinem Lichte sind alle andern Fragen zu betrachten. Die erste Person der Trinität ist nicht zu malen. Von ihr gilt nach wie vor, daß man sich von ihr kein Bild machen soll. Die dritte Person der Trinität, der Heilige Geist, wird unter der Gestalt der Taube dargestellt, nach der Offenbarung, aus Gründen, die uns unerforschlich sind. Die zweite Person ist
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