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Als die Gestapo ihm im Januar 1945 einige politische Gefangene zur Erschießung abforderte, gab er sie heraus, und sieben Unschuldige wurden auf dem Friedhofe zu Coswig von SS. - Banditen ermordet. Witte wurde von einem Gericht der Besatzungsmacht zu zwölf Jahren Zwangsarbeit verurteilt...
Die richtige Einschätzung eines Menschen, dessen Entscheidungen man sein Schicksal überantwortet weiß, verleiht dem Selbstgefühl einen erfreulichen Auftrieb. Der kleine Regierungsrat von der Nordseite, eben dieser Witte, mochte aus der Formulierung meines Lebenslaufes den Willen zur Herbeiführung klarer Verhältnisse herausfühlen, und da er als bewährter Beamter jedem Konflikt aus dem Wege zu gehen sich gewöhnt hatte, stellte er sich bei meiner Vorführung am näch sten Morgen auf menschliches Verstehen ein. Es mag hart, an maßend, vielleicht sogar undankbar klingen, wenn ich sein Verhalten mir gegenüber in solchen Worten deute, aber sie treffen die Sache im tiefsten Grunde. Ich hatte später mehrfach Gelegenheit, Züge an ihm zu beobachten, die alles Menschliche vermissen ließen...
,, Sie behaupten, unschuldig verurteilt worden zu sein", so leitete er das kurze Gespräch ein. ,, Ich kann mich als Strafvollzugsbeamter auf eine Erörterung Ihres Falles nicht einlassen. Für mich sind alle Züchtlinge, die meiner Obhut übergeben werden, vor dem Gesetze gleich. Sie können Maschine schreiben?"
Ich bejahte.
,, Dann habe ich eine Arbeit für Sie. Unsere Bibliothek scheint in ziemlicher Unordnung zu sein. Vor allem muß ein Katalog hergestellt werden, und zwar in mehreren Exemplaren, damit jede Abteilung Einsicht in die vorhandenen Bestände nehmen kann. Können Sie eine solche Aufgabe übernehmen?"
Ich bejahte abermals.
,, Dann teile ich Sie der Abteilung II zu. Morgen können Sie mit Ihrer Arbeit beginnen. Ich werde mich von Zeit zu Zeit von ihrem Fortschreiten überzeugen."
So wurde ich Hilfsbibliothekar.
,, Der derzeitige Bibliothekar ist ein Fleischermeister aus Magdeburg . Er macht seine Sache ganz ausgezeichnet. Aber er
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