Badegäste über die splittrigen Laufstege zu ihren Hotels hinaufgestiegen waren, allein am späten Nachmittag, wenn ein feierlich scheidendes Licht die eisernen Verzierungen an den Landungsbrücken verzauberte und die ferne Musik von Kurkapellen ins Erhabene wuchs. Die tragische Gemessenheit des Meeres reinigte das eigene unwägbare Leid, das sonst den Knaben erschreckte und zur Klage trieb. Er empfand undeutlich dieses Leid als untersten Träger seiner Existenz und als Brücke zugleich zu jenem allgemeinen Leid, dessen bestimmte und ruhige Bejahung erst ihm seinen Platz in der Welt zuwies. Im Anblick des Meeres schien ihm die noch leise, aber gewisse Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu werden, dergestalt, daß er seine Einsamkeit in eine Vielzahl von Einsamkeiten gestellt und in ihr bewahrt zu wissen meinte.
Deutlich zogen die Bilder der Jugend an seiner Stirn vorbei: Ritte im klirrenden Wald, die Pferde straucheln auf dem abschüssigen Weg- plötzliches Weinen im Schoß der Mutter, die nicht fragte und alles wußte -, Abende, an denen die Eltern fremd und schön in festlichen Kleidern den Knaben umarmten, während das Haus die Gäste erwartete. Im Musiksalon geht er am geöffneten Flügel vorbei, die Erzieherin bringt ihn in sein Zimmer, rasch versinkt er in Schlaf und erwacht plötzlich im Dunkel: niemals erhört dringt süßeste Musik durch die Wände. Er weiß, sie spielen das Tschaikowsky- Trio und jetzt Brahms , und in unendlicher Geborgenheit sinkt er zurück in den Traum, den noch Musik durchweht.
Und später sah er die drohende Schönheit der Städte,
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