von den Sorgen des Tages, den Arbeiten, die man in diesem Teil des Landes in Angriff genommen hatte. Reichmann fiel auf, wie ungern er vom Kriege sprach, der viele Meilen entfernt tobte. Auch Feng schien diesem Gegenstand auszuweichen, wenn die Rede darauf kam. Die Menschen sprachen nicht weiter, wenn das Wort ,, Krieg" fiel, ihre Gesichter verdüsterten sich, tiefe Falten schnitten sich in ihre Stirnen zwischen die schrägen Augen. Doch sah man oft junge Leute sich versammeln und zu Feldübungen ausrücken. Aus den Feldern und Häusern sah man ihnen nach, wie sie, von einer Trommel begleitet, dahinzogen ohne Freude, doch mit einer Entschlossenheit, die etwas Furchtbares an sich hatte und den Beobachter ahnen ließ, ihr Leben werde nicht mehr lange dauern.
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Und doch schien es Glück zu geben bei all diesen Menschen, ein ernstes und armes Glück allerdings, das sich weniger in äußeren Errungenschaften nachweisen ließ als in der gemeinsam empfundenen Notwendigkeit eines klarer geordneten und gerechteren Lebens. Die Aufgabe, der sich viele dieser Menschen zu widmen schienen, war für den Fremden nicht leicht zu begreifen sofern er nicht achtlos oder stumpf dahinlebte, mußte er die Besonderheit der Atmosphäre spüren, in die er versetzt war. Reichmann entsann sich nicht, je zuvor eine derartige Teilnahme an einer Umgebung empfunden zu haben. Er liebte es, die Menschen in den Straßen, auf den Feldern bei ihren Beschäftigungen zu besuchen und sich von ihrer gelassenen Zuversicht beschwichtigen zu lassen. Feng wurde ihm unentbehrlich. Er sah ihn täglich und stellte ihm viele Fragen.
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