lichen und tödlichen Welt, die Ebenen zu wissen, in denen die Nacht wachte, die undurchdringlichen Wälder, das menschenleere Gebirge. Man sah im Vorbeifliegen einige beträchtliche Gebäude, eine Benzinstation, Ochsenkarren, lärmende Gruppen vor Herbergen und Teehäusern, eine kleine Pagode in einem verwilderten Garten. Die Hügel waren nähergerückt, sie erschienen höher und ernster.
Tsu En Lai erwartete sie in einem Haus, das voll war von Schritten und Stimmen. Der Abend begann Schwalbenflüge und blaue Schatten in die Fenster zu zeichnen. Der General trug eine Uniform ohne Abzeichen und war barhäuptig. Reichmann hatte seinen Namen manchmal in den Zeitungen gefunden. Wann war das gewesen? In ferner, schmerzhaft ferner Zeit, in Gefahr und Wirrnis. Er hörte mit Staunen, das Tsu ihn deutsch anredete. Der General bemerkte seine Verwunderung und erklärte, als wolle er sich entschuldigen, er habe in Deutschland studiert. ,, Bleiben Sie ein wenig hier. Es soll Ihnen an nichts fehlen, soweit das in unserem Vermögen steht. Sie sind Maler? Vielleicht werden Sie den Drang zur Arbeit spüren." Er unterbrach sich, und eine tiefe Ermüdung zeigte sich in seinem kurzsichtigen Blick, der voll freundlicher Strenge war.
Der Maler fand in einem Zimmer des Schulhauses ein Feldbett, einen Tisch, zwei Stühle, einen niedrigen Schrank. Das alles hatte Feng hinschaffen lassen. Tagsüber drang das chorische Summen der Schüler durch die Wände. Der Blick ging über Gärten, die abends der weiche, irre Flug der Fledermäuse erfüllte, den Hügeln zu. Manchmal ließ Tsu ihn holen, erzählte
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