30
30
Alles war jetzt bereit, aber aus irgendeinem Grunde schien sich die Abfahrt zu verzögern. Schweres, schweigendes Warten.
Über die Kanalbrücke holperte ein Gefährt auf das Lager zu. Dahinter, von rechts kommend, tauchte ein Auto auf, das den Bauernwagen auf halbem Wege überholte und vor dem wartenden Zug abstoppte. Im Wagenschlag erschien die schwarze Mütze des Kommandanten. Der Truppführer eilte auf ihn zu und machte Meldung. Der Kommandant dankte und wandte sich ins Wageninnere zu einer weißgekleideten Gestalt, die die Gefangenen nicht
erkennen konnten.
,, Der Kommandant nimmt selbst am Begräbnis teil", flüsterten sie erregt und konnten sich den ganzen Vorgang immer weniger erklären.
Inzwischen war auch der Bauernwagen angekommen, aus dem zum grenzenlosen Erstaunen der Gefangenen drei Meßbuben in weißen Chorhemden stiegen. Der eine holte ein langes Stabkreuz aus dem Wagen, der andere trug das Buch, der dritte das Becken.
Ratlos starrten die Gefangenen auf diese Wunder. Die Tatsache, daß ihr erschlagener Kamerad mit kirchlichem Zeremoniell begraben werden sollte, daß die Gestalt im Auto offenbar der Priester war, machte ihre Bestürzung vollkommen.
Wer war der Tote?
Die drei Meẞbuben standen verloren und eng aneinandergedrängt auf der Straße. Der Wind ließ ihre weiten, weißen Meßgewänder flattern, daß sie


