und her, und gegen seinen Willen von der Würde des Augenblickes ergriffen, schien er unschlüssig, ob auch er sein Haupt entblößen solle, und entschloß sich endlich, wenigstens seinen rechten, nie getragenen Glacéhandschuh anzuziehen. So stand er mit zwei plumpen, riesigen, toten Händen, die schlaff an seinen Armen hingen, stumm und steif am Gitter und wagte nicht aufzublicken, als habe er persönlich den Toten ermordet.
Inzwischen hatten sich die Träger an die Spitze gestellt, lautlos, ohne Kommando setzte sich der Zug in Bewegung, rechts und links von der Wachmannschaft umgeben.
Dem Schreiner inmitten des Zuges schlug das Herz. Er fühlte schmerzhaft die Spannung, die in der Luft lag, Todesangst überfiel ihn bei dem Gedanken, daß jetzt die geringste Bemerkung, die kleinste Unvorsichtigkeit auf beiden Seiten genügte, um eine Katastrophe heraufzubeschwören, deren Ausmaß unausdenkbar war.
Am Gleisschuppen vor dem Lager wartete die Feldbahn. Zehn offene, nur von Holzschranken umgebene Wagen, die kleine Lokomotive am Ende des Zuges angekoppelt, so daß sie die Wagen vor sich herschob, anstatt sie zu ziehen. Der Maschinist stand mit der weißen Mütze in der Hand.
Auf den vordersten Wagen stellten die Träger den Sarg, auf den zweiten kletterten die Gefangenen, auf den dritten die Wachmannschaft. Die sieben andern blieben leer, und die Gefangenen zerbrachen sich vergeblich die Köpfe über ihren Zweck.
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