An einem naẞkalten Freitagnachmittag im April des Jahres 1934 erhielt das preußische Konzentrationslager Börgermoor den Zuwachs von zwei Gefangenen, die aus den beiden Nachbarlagern Neu- Süstrum und Esterwege eingeliefert wurden.
Als erster kam der Gefangene aus Neu- Süstrum, ein Schreiner von Beruf, unter der Bewachung eines SS- Mannes vor dem Stacheldraht an. Es war kurz vor vier Uhr. Die Zeit ließ sich deshalb feststellen, weil die Häftlinge, die in der Küchenbaracke arbeiteten, ihn durch die angelaufenen Fensterscheiben bemerkten und sich auf ihn aufmerksam machten.
Ein eisiger Wind, der teils Regen, teils Hagel und Schnee mit sich brachte, fegte über das weite, braune Moor und riẞ den Sand von den frisch angelegten Wegen der Barackensiedlung wieder ins Land hinein nach Westen zu, wo der Hauptteil der Gefangenen, an die sechshundert Mann, mit Schaufel und Spaten bei der Zwangsarbeit war.
-
Der begleitende SS- Mann, dessen Gesicht im hochgeschlagenen Mantelkragen und unter tief herabgezogener Mütze fast verschwand, ließ seinen Gefangenen vor der Kommandantur- Baracke stramme Haltung einnehmen, erstattete Meldung von seinem Transport und eilte mit großen Schritten, ohne den strammstehenden Mann weiter zu be
5


