lassen:„Ja— wie ist es aber mit dem Nachschlag?“ Die Sache war mir deshalb wichtig, weil ich den Nachschlag, zuweilen auch das Mittagessen selbst, an hungrige Kameraden verteilte, für die solche Zu- buße doch immerhin eine kleine Hilfe bedeutete, Ich wollte sie ihnen gern wiederbeschaffen.
„Na ja—“ antwortete er,„machen Sie mir die Karte, und Sie bekommen wieder Nachschlag“.
So geschah es dann auch.
Zu dieser Zeit passierte es nun, daß beide Köche gewisse Freiheiten, die ihnen der Kommandoführer eingeräumt hatte, benutzten, sich selbständig zu machen. Am Pfingstmorgen hieß es plötzlich, die
- Köche sind weg! Bestürzung auf der einen, lächelnde
Schadenfreude auf der anderen Seite. Die Posten, die Truppe des Remonteamtes wurden alarmiert und man suchte die Gegend ab— umsonst. Einer von ihnen, der mit den Verhältnissen vertraut war, ist durchgekommen und niemals gefaßt worden, obwohl er einen unübersehbaren Buckel hatte und leicht zu erkennen war. Den anderen habe ich Anfang Septem- ber in Natzweiler wiedergefunden; die allgemeine Verwirrung, die durch den Anmarsch der Amerikaner entstanden war, hatte ihn vor dem Galgen bewahrt.
Unser Kommando war so klein, daß wir uns selbstverständlich kein eigenes Krankenrevier leisten konnten. Ursprünglich wurden schwerere Fälle wie- der nach Natzweiler transportiert, Leichterkrankte er- hielten Schönung, blieben ein paar Tage in der Unter- kunft und mußten sich selbst auskurieren. Allmäh- lich aber wurden die Fahrten nach dem Stammlager
8 113


