Druckschrift 
Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
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sehr hing. So etwas gab es längst nicht mehr zu kaufen, überdies hätte ein gedrucktes Kärtchen auch nicht den Zweck erfüllt und wäre ihm kalt und herz­los erschienen. Ich hatte nun dergleichen Karten schon für manchen anderen gezeichnet. Natürlich wußte mein Mann ganz genau, daß ich die Anfertigung für ihn unter Angabe irgendwelcher Gründe unmöglich machen würde. Er fiel deshalb auf den recht primi­tiven Ausweg, den stellvertretenden Kommandofüh­rer vorzuschicken, beging aber den Fehler, den Text selbst aufzuschreiben und die Handschrift kannte ich. Also hatte ich kein Papier. Mein Küchenchef kochte- diesmal vor Wut, aber anhaben konnte er mir nichts. Einige Zeit später brachte mir der Rot­tenführer ein Stück Zeichenpapier. Nun könne ich ja die Karte machen, meinte er. Darauf hatte ich ja nur gewartet: Ich hatte jetzt keine Tusche und keine Farben. Der Küchenchef fraß mich vor Zorn mit den Augen und hätte er die geringste Unregelmäßig­keit gemerkt, würde er mich schonungslos beim Kom­mandoführer angeschwärzt haben. Doch ich war auf der Hut. Wieder verstrich eine Woche, und wir wa­ren gerade damit beschäftigt, unserer eigenen Behau­sung einen neuen Anstrich zu geben, da kam er aus der Küche herüber und warf mir ein halbes Kommiß­brot zu. Natürlich wußte er längst, daß ich seinen Umweg über den Rottenführer kannte.

,, Nun machen Sie mir aber meine Karte!" rief er. ,, Sie kommt sonst nicht mehr rechtzeitig in meine Heimat." Ich legte das Brot beiseite, als wäre ich ab­solut nicht auf Geschenke angewiesen und fragte ge­

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