er nahm für sich nicht mehr in Anspruch, als allen anderen auch zustand. Dennoch lebte er nicht schlecht, denn jeder, der irgend etwas organisiert hatte, brachte ihm seinen Anteil.
So gut nun das Jahr für mich persönlich verlief, so schlecht war es für das Lager. Ich muß, um verständlich zu bleiben, etwas zurückgreifen. Im Jahre vorher hatten vier Häftlinge einen kühnen und raffinierten Fluchtplan ausgearbeitet und durchgeführt. Es war ihnen gelungen, sich SS - Offiziersuniformen zu verschaffen. In einem unbewachten Augenblick stahlen sie aus der Garage den Dienstwagen des Verwaltungsführers und fuhren am salutierenden Posten vorbei in die Freiheit. Drei von ihnen sind durchgekommen, den vierten, einen gewissen Christmann, hat die Polizei wieder eingefangen und ins Lager zurückgebracht. Christmann erhielt zunächst einmal seine fünfzig oder hundert Stockhiebe und kam dann in die Strafkompanie. Er sollte eingehen, aber er blieb standhaft, und da er ein guter Kamerad gewesen war, fand er so viel geheime Unterstützung von allen Seiten, daß er mit dem Leben davongekommen wäre. Die Untersuchung des Falles zog sich in die Länge. Man vernahm den Flüchtling alle Augenblicke, man setzte ihn den gemeinsten Torturen und Folterungen aus- Christmann schwieg. Wir bewunderten ihn.
Fast ein Jahr verging. Eines Tages war er innerhalb des Lagers beschäftigt und ich konnte unbeobachtet mit ihm reden. Er bat mich um eine Zigarette.
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