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Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
Seite
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unser Leid vergaßen und uns wieder als Menschen fühlten.

Er besaß ein außerordentlich fein ausgebildetes Ge. fühl für Lagersituationen und wußte genau, daß seine Tage auf dem Posten, den er innehatte, ge­zählt waren, weil die andauernden kleinen Differen­zen mit dem Bauleiter einmal zu seinem Sturz füh­ren mußten. Dem kam er zuvor, indem er mir frei­willig seine Stellung überließ und eine andere Ar­beit übernahm, wo er den Angriffen des Baugewal­tigen weniger ausgesetzt war. Von nun an arbeitete ich allein. Aber ich war bei Heinz Kissel in eine gute Schule gegangen, und das lohnte sich jetzt.

Täglich hatte ich für das Offiziers- und Unteroffi­zierskasino die Speisetafel zu schreiben, kam also ebenso oft in die Küche. Wenngleich mir der SS­Küchenchef auch nicht gewogen war, so erhielt ich doch hin und wieder vom ersten Koch, einem Häft­ling, der sich auf sein Fach wirklich verstand, etwas Essen zugeschoben, was allerdings streng verboten war. Diese Manipulation vollzog sich folgender­maßen: Ich besaß einen Margarinekarton, in dem sich eine Blechschüssel befand. Den Karton stellte ich harmlos im Vorraum nieder, nahm die Speisetafel ab und verschwand damit. Nach einer halben Stunde hängte ich die mit dem neuen Speiseplan versehene Tafel wieder auf, klemmte den Margarinekarton recht harmlos unter den Arm und wanderte in meine Werk­statt, um erst einmal ausgiebig zu dinieren. Eines Tages nun fand ich an meinem Platz schon einen Margarinekarton und glaubte zuerst, ich hätte einen

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