in die Taschen der SS. Übrigens: Kopplungsge- schäfte wurden damals in Deutschland mit Zuchthaus bestraft... Größere Beträge allerdings wurden auf eine andere Art flüssig gemacht. Brauchte man für irgendeinen Zweck sagen wir für die zahnärztliche Station der SS fünfundzwanzigtausend Mark, dann legte man in den Judenbaracken eine Liste auf und durfte sicher sein, daß in einer knappen Stunde der Betrag von den meist vermögenden armen Teufeln aus blan- ker Angst von den sonst drohenden Repressalien ge- zeichnet worden war. Und für besondere Fälle, bei denen man den Verwendungszweck nicht gut angeben konnte, beschaffte man sich die Beträge, indem man einfach einige vermögende Juden umlegte und ihr Geld einzog. Es gab einmal eine Zeit in Deutschland, in der man ein solches Verfahren als Raubmord bezeich- nete und unter Strafe stellte. Jedoch: damals gab es noch keine SS. Mir selbst ging es also verhältnismäßig gut. Aber je länger ich in der Baracke blieb und an meinen Bernsteinstücken sägte und feilte, um so mehr wuchs das Mitleid mit meinen Kameraden, die draußen bei der Arbeit nicht nur den Schikanen und Mißhand- lungen der SS-Männer ausgesetzt, sondern auch im Block der Wilikür der Block- und Stubenältesten aus- geliefert waren. Wie oft habe ich bemerkt, daß die Margarine und die Wurstportionen, die am Abend ver- teilt wurden, zunächst einmal vom Blockältesten um einen erheblichen Teil zu dessen eigenen Gunsten ge- 53