lermont, unter Assistenz des schon als Offizier im Weltkrieg 1914/18 bekannten und nun als Mann der„Widerstandsbewegung” deportierten Generalvikars von Pau, Dagusant(heute Proto- notar), es wagen konnte, die französischen Priester öfters zusam- menzurufen, um mit ihnen Gedanken über Zeitfragen auszutau- schen. So waren sie Haupt und Glieder und fühlten sich ermutigt in ihrem herzhaften Ansatz. Ueber alle menschlich so naheliegen- den und verständlichen Entfremdungen hinweg verstanden sie ikren Bischof, als er am 17. Dezember 1944 dem schwerkranken deutschen Diakon der Diözese Münster i. W., Karl Leisner (er war 4 Jahre zuvor unmittelbar vor der Weihe verhaftet wor- den und schwer lungenkrank), die Hand auflegte und ihnin der Kapelle des KZ, Dachau zum Priester weihte— eine im geheimen vorbereitete, unerlaubte und von der Lager- leitung nur übersehene Feier! Sie hat den Bischof selber so tief ergriffen, daß er in seiner öffentlichen Rede anläßlich der Pilger- fahrt von Kriegsgefangenen und Deportierten der südwestlichen Departements Frankreichs(Paray-Le-Monial , 16. September 1945) ausdrücklich auf dieses Ereignis zu sprechen kam und es als unauslöschlich in seiner Erinnerung charakterisierte,
Abgesperrt in einem Sonderblock, der von der Benutzung der Kapelle ausdrücklich ausgeschlossen war, begannen die pol- nischen Priester schon vor 1944 im geheimen mit der Feier der heiligen Messe. Ohne Erlaubnis, nur unter stillschweigender Dul- dung des Blockpersonals— eine Duldung, die wohl immer wieder aufs neue erkauft werden mußte, und jeden Augenblick ge- wärtig, dennoch verraten zu werden— feierten sie, noch bevor das Lager sich erhob, in einem Schlafzimmer dicht zusammenge- drängt, unter primitivsten Umständen, das heilige Meßopfer. Der Vertrauensmann der französischen Häftlinge, der alltäglich mit Wissen der polnischen Geistlichen an dieser„‚Geheimmesse” (4 Uhr morgens) teilnahm, empfand sie eben wegen der damit ver- bundenen Gefahr an Inbrunst und Ergriffenheit der erlaubten Feier in der Kapelle bei weitem überlegen.
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