obschon von Häftlingsfunktionären ausgenutzt, hat nicht wenig dazu beigetragen, das Ansehen der Geistlichkeit in der öffentlichen Lagermeinung zu vermindern. So war es seitens der SS - Leute auch gemeint. Unermüdlich nährten sie unter der Masse der Häftlinge die Miẞstimmung gegen die„ Pfaffen" unter dem besonderen Hinweis, daß diese Sonderzuwendungen erhielten, die sie nicht nötig hätten, daß sie gegenüber dem einfachen Häftling ,, privilegiert" wären und es darum besser aushalten könnten usf. Als dieses fragwürdige ,, Privileg" endlich Frühjahr 1942 wegfiel und alle Geistlichen den anderen Häftlingen gleichgestellt waren, atmeten die Weiterblickenden unter ihnen buchstäblich auf. Damit war ein schweres psychologisches Hindernis in der Auswirkung einer irgendwie gearteten seelsorgerlichen Einflußnahme der Geistlichen gefallen. Es blieben freilich der Hemmungen und Schwierigkeiten noch viele vor allem der Wegfall jedweder offiziell gestatteter kirchlicher Seelsorge! und wir können nicht sagen, daß es in den Jahren gelungen wäre, einen lebendigen Kontakt zwischen dem Block der Priester und der geistigen Atmosphäre des Lagers herzustellen. Dieser Kontakt wäre nicht unmöglich gewesen. Jedenfalls war er wünschenswert.
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Der französische Klerus, weniger vertraut mit den Fallstricken, Möglichkeiten und Befürchtungen des Lagers und von Hause aus auch mit bedeutend weniger Respekt vor irgendwie gearteten ,, Verbotstafeln" ausgestattet, nahm unbekümmert Seelsorge auf, zog Laien heran und schickte sich an, die Kapelle damit zu bevölkern, gleichviel, ob gern oder ungern gesehen, bei ängstlichen Gemütern erwünscht oder unerwünscht. Daneben nutzte er die Gelegenheit, sich mit der neuesten Seelsorgsliteratur vertraut zu machen eine Literatur, weitgreifend in der geistigen Konzeption, von verständnisvoller Einführung in die Psychologie der Zeit und von erfrischender Unbefangenheit hinsichtlich der Erfassung der sozialen Probleme, die neu aufgeworfen und durchdacht werden sollen.
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Die Umstände waren 1944 so, daß Msgr. Piguet, Bischof von
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