Priesterblock, um einige Erfahrungen reicher, und organisierte dort etwas ambulante Pflege. Dennoch hat er erlebt, was Priester in Dachau für die Kranken hätten sein können!
Ein anderer war der zähe Westfale Maashänser, zweitmalig im KZ, ein mutiger Mann und gern gesehener Pfleger bei Heini.
Im März 1944 wurden für die Geistlichen alle Möglichkeiten hierzu mit einem Schlag verschüttet. Der Lagerführer verbot, Geistliche weiterhin in Vertrauensstellungen als Schreiber, Pfleger und dergl. zu verwenden. Grund: Der temperamentvolle und sorglos draufgängerische Hans C. hatte zuviel gewagt und war aufgefallen. Begabter Priester und schöpferischer Organisator der Caritas, hatte er in seinen vielbeachteten Familienwochen durch offene Stellungnahme gegen die ,, Vernichtung des unwertigen Lebens" die Aufmerksamkeit der Gestapo auf sich gezogen. Ins Lager von Dachau gebracht und darin kaum warm geworden, reizten ihn die Ungeheuerlichkeiten. Er verfaßte Notizen über gewisse Vorgänge und ließ sie durch einen„ Grünen" herausschmuggeln. Diese Sache hatte die Gestapo entdeckt und eine Untersuchung war im Gange, die das Schlimmste vermuten ließ. Zum Glück hatte sie, wie meistens, die Hauptsache nicht erwischt. ,, Ich habe nie etwas Dümmeres, Bösartigeres und Verlogeneres gesehen als die Typen der Gestapo ", schreibt P. Dillard in einem seiner Gefängnisbriefe aus Wuppertal . Das Urteil stimmt und ist vielfach erhärtet. Darin lagen für ihre unter Verdacht cder Verhör stehenden Opfer gewisse Chancen und Gefahren, je nachdem, was jeweils überwog: die Beschränktheit der Gestapo oder ihre Bösartigkeit. C., dessen Kopf man bereits wackeln sah kam über Erwarten gut weg und überwand trotz seiner langjährigen Diabetes die Bunkerstrafe. Dafür rächte sich der SSChefarzt des Reviers insofern, als er ihm, Ende März 1945, nach einer schweren Furunkeloperation, die Bitte um Einweisung in eine Münchner Klinik zwecks sachgemäßer Behandlung, rücksich slos abschlug. Eine solche Bitte auszusprechen war für den
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