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Leben auf Widerruf : Begegnungen und Beobachtungen im K. Z. Dachau 1941 - 1945 / Joseph Joos
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angemessene und geeignetere Unterbringung französischer Häft­linge günstig zu stimmen. Es waren ihrer zu viele, zu viele! Frankreich hat in seinen sterbenden Söhnen in Dachau einen hohen Preis gezahlt.­

Wir sahen in Dachau noch Jugoslaven( Serben, Slovenen, Kroaten ), prachtvolle Menschen, in ihren Arbeitern, Bauern, Priestern und Professoren und mit guten Voraussetzungen zum Aushalten. Albaner, Griechen, die den Kampf ums Dasein an dem Platze schwerlich bestehen konnten. Und Italiener, viel zu viel zusammengestaut, um Luft und Lebensatem behalten zu können, zumal die meisten so jämmerlich geschwächt ankamen. Schließlich fehlte ihnen auf dem trüben, feuchtkalten Hochmoor von Dachau die Hauptsache, das Elexier ihres Lebens, der blaue Himmel und die warme Sonne der Heimat. Vielleicht, daß der alte Advokat von Triest , der in seiner Eigenschaft als christlich- demo­kratisches Mitglied im antifaschistischen Komitee der Stadt Triest verhaftet und deportiert war, den Rückweg gefunden hat. In ent­scheidenden Augenblicken gelang es, ihn zu u stützen.

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Soviel Nationen soviel Tragik. Wie müßte das neue Europa aussehen, wenn es vor den Opfern des alten bestehen wollte!

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