in der Stube heute Unrecht getan." Er starb im März 1945 an Hungertyphus . Die Kameraden legten ihm die ersten Frühlingsblumen auf den Totenschrein, in dem ihn die von der Totenkammer aufgebahrt hatten. Und es gab sehr, sehr viele, nicht zuletzt Priester, die um ihn trauerten.
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Eine gute Figur machte auch der aus einer komm. Jugendbewegung hervorgegangene kunstbegeisterte Lagercapo Wilhelm. Er konnte zwar grob aus der Rolle fallen, tat es aber selten. Er zog mit den 300 unglücklichen Kameraden in SS- Uniform zur ,, Bandenbekämpfung" nach Ungarn . Neben ihm fiel uns der von einer radikalen Pädagogik herkommende sächsische Lehrer Bankwitz auf, der es bis zur Vertrauensstellung eines Lagerläufers brachte, um dann doch noch in die Hände von Bach zu fallen. Die Fäden, die er ,, schwarz" über den Drahtzaun ins Land hinaus sponn, waren zu fein, als daß sie hätten halten können. Sein schmales, ausgehungertes Antlitz bleibt mir in Erinnerung.
Wie anders ihr Parteigenosse vom Isolierungsblock 1941, der Stubenälteste U., der mit dem Schlagen nicht mehr aufhören wollte und unbedingt darauf bestand, eine Meldung zu machen, weil ein Häftling ihn nicht sofort in seiner Würde erkannt und nicht ehrerbietig genug angesprochen hatte.
Im Herbst 1944 verfügte die Lagerführung über eine ziemlich genaue Liste der in Funktionen stehenden Kommunisten. Ob Häftlinge dabei die Hand im Spiele hatten? Die Liste zeigtę überraschende Personenkenntnis. Man nannte als Mitwisser den damaligen Lagerältesten, einen Wiener Rennstallbesitzer, politisch ohne Färbung. Notwendig war es nicht, daß er wußte oder etwas daran tat, da es genug unvorsichtige Leute auch unter den Kommunisten gab. Sämtliche linksradikalen Parteigänger in gehobenen Stellungen kamen damals auf Straftransport. Mauthausen ? Neuengamme? Auf Schiffe verfrachtete Häftlinge von Neuengamme sind zum Teil umgekommen. Dafür mußte der Nachfolger des am Fleckfieber verstorbenen Rennstallbesitzers im Amt des Lagerältesten, ein Armenier, Weißgardist, Dolmetscher für russisch und
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