berüchtigter Schläger, mitbüßen. Als die alliierten Truppen kamen, wurde er erschlagen.
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Ueberaus tapfer und als guter Kamerad hielt sich der Wiener Als Blockältester allgemein Schutzbundführer Major Eifler. geachtet, politisch außerordentlich lebendig, war es ihm nicht vergönnt, das bereits sichtbare Ufer der Freiheit zu erreichen. Er erlag im Frühjahr 1945 dem Fieber. In der Lagerschreibstube amtierte längere Zeit an leitender Stelle der Wiener Emmerich Wenger, Sozialdemokrat, ein stiller und ungemein kluger Mann. Eingeklemmt zwischen der Schutzhaft- Lagerführung und einem meist mit Vorsicht zu nehmenden Häftlings- Lagerältesten hat W. unter der Hand um- und ab gebogen, was irgend möglich war. Die Intrigen fanden an seinem unbestechlichen Charakter eine Grenze. Er hätte wohl bis zum Ende durchhalten können, wenn er nicht mit den andern zur Division Dirlewanger gezwungen worden wäre. Dem gleich nach 1933 verhafteten, politisch führenden reichsdeutschen Sozialdemokraten und Schwerkriegsbeschädigten, dem ehemaligen Reichstagsabgordneten Dr. Schumacher, ist es gelungen, die 10 Jahre Quälerei auszuhalten. Anfangs 1944 wurde er entlassen. Als maßvoller Mann und stets hilfsbereiter Kamerad hatte er im Lager ein gutes Andenken hinterlassen.
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Ein nicht geringeres sein Parteifreund, der ehemalige Präsident des lippischen Landtags. Wir nannten ihn Kuno. Da er das ebenso undankbare wie äußerst folgenschwere Amt als Büroleiter im Arbeitseinsatz innehatte, rief eben alles nach Kuno. Jeder klammerte sich an ihn, jeder wollte etwas von ihm, jeder hoffte Hilfe von ihm. Kuno tat sein möglichstes und darüber hinaus. Von einem unleidlichen, ewig aufgebrachten SS- Arbeitseinsatzführer bis aufs Blut gepeinigt, brach er in den Sielen zusammen. Ein Magenleiden ließ ihn dahinsiechen. Dem notwendig gewordenen operativen Eingriff war sein verbrauchtes Herz nicht mehr gewachsen. Stumm, fassungslos, tränenlos, wie es Sitte unter Häftlingen, starrten die Kameraden in das leidvolle Antlitz des Toten, den man schlicht,
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